PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungKonflikte an den FeiertagenMehr Familienstreit, bitte!Veröffentlicht am 30.12.2025Lesedauer: 2 MinutenQuelle: Getty Images/Catherine Falls CommercialDie Gastgeber an der Leistungsgrenze, zu viele Töpfe im Einsatz, Stress, Neid und kleine Missverständnisse: Irgendwann kommt an jedem Weihnachten der Moment für den Familienstreit. Warum wir dankbar dafür sein sollten.Schon in den Tagen vor der Bescherung beginnt der Stress bei den Geschenken. Damit auch jeder Schwipp-Schwager und Halb-Nachbar versorgt ist, wird schon Wochen vorher fleißig eingekauft. Sogar Wochen vorher in der Black Week. Der nächste Akt besteht darin, die Familie zusammenzutrommeln. Erfahrungsgemäß sträuben sich die Liebsten, während andere Teile der Verwandtschaft auch ohne Einladung selbstverständlich mit von der Partie sind.Neben einem Ort muss man sich auch auf das Weihnachtsmenü einigen. Eine Herausforderung, denn der Großvater, der herzhafte Speisen liebt, wird keinen Kompromiss finden mit der strikt vegan lebenden Nichte. Das Ergebnis sind dann drei Töpfe mehr auf dem Herd. Der Familienkoch sagt: Danke.Vor der Bescherung geht der Familientross dann in den Gottesdienst, auch wenn sich drei Viertel der Sippschaft schon vor Jahren von der Kirchensteuer verabschiedet haben. Aber vorgewärmte Sitzplätze hätte man gern gehabt.Lesen Sie auchZurück aus der Kirche wird dann endlich gegessen. Eine hervorragende Zeit für den politisch inkorrekten Onkel, seinen Thesen freien Lauf zu lassen. Die in ihrer linken Studentenblase lebenden jüngeren Familienmitglieder schauen betreten zur Seite. Die gastgebende Person, meist die Familienmutter und Organisatorin für alles an diesem Abend, befindet sich derweil bereits an ihrer Leistungsgrenze – kein Wunder, schließlich sind viele Kochtöpfe im Einsatz, um allen Familienmitgliedern gerecht zu werden. Einziger Ruhepol bleibt der Großvater, der seine Hörgeräte vergessen hat und so gänzlich unberührt von jeglicher Aufregung bleibt.Alle Jahre wieder ist mindestens ein Ehemann erneut auf den Spruch hereingefallen: „Wir schenken uns dieses Jahr nichts“ – was er spätestens nach dem Öffnen des Präsentes von der Partnerin bemerkt. Los geht es mit den Vorwürfen. Währenddessen wächst bei den Jüngsten der Neid. Warum hat der große Bruder oder die große Schwester wieder mehr bekommen als ich, wieso sind nicht alle meine Punkte auf dem Wunschzettel erfüllt worden? Fragen, die Eltern in Erklärungsnot bringen können.Die Einzigen, die diese unangenehme Geräuschkulisse mit einem Lächeln aufnehmen, sind am Ende die Ältesten in der Runde. Weil sich endlich mal etwas regt in ihrem Leben. Und genau so sollten auch wir Weihnachten sehen. Warum eine Harmonie vorspielen, die in den 364 anderen Tagen des Jahres auch nicht da ist? Nein, zu Weihnachten gehört auch der Streit. Nur er zeigt, wie wertvoll und lebendig die Familie ist – und wie langweilig es ohne sie wäre.
Streit an den Feiertagen: Dieses Weihnachtsdrama kennt jede Familie - WELT
Die Gastgeber an der Leistungsgrenze, zu viele Töpfe im Einsatz, Stress, Neid und kleine Missverständnisse: Irgendwann kommt an jedem Weihnachten der Moment für den Familienstreit. Warum wir dankbar dafür sein sollten.







