PfadnavigationHomeSportGala in Baden-BadenDer König der Athleten ist Deutschlands Sportler des Jahres – Überraschung bei den FrauenVeröffentlicht am 21.12.2025Lesedauer: 5 MinutenZehnkampf-Weltmeister Leo Neugebauer ist bei einer Gala in Baden-Baden als Sportler des Jahres ausgezeichnet worden, Biathlon-Weltmeisterin Franziska Preuß als Sportlerin des Jahres.Es ist eine sehr prestigeträchtige Wahl: zum 79. Mal wird in Baden-Baden Deutschlands „Sportler des Jahres“ geehrt. Die Gewinner sind ein Zehnkämpfer und eine Wintersportlerin. Sowie ein Team, das Gold bei der WM und bei der EM gewann. Eine Favoritin landet überraschend nicht ganz vorn.Auch ohne Olympische Spiele und Fußball-Weltmeisterschaft blicken die deutschen Spitzenathleten auf ein an Höhepunkten reiches Sportjahr zurück. Zuletzt hatten die Handballerinnen bei der WM für Furore und eine zuvor nie dagewesene Begeisterung für ihre Mannschaft gesorgt, indem sie sich spektakulär ins Finale spielten. Dass sie dort dem großen Favoriten Norwegen unterlagen, ändert nichts daran. Sie boten dem alles dominierenden Team Paroli.Um zur Mannschaft des Jahres gewählt zu werden, kam der Silber-Coup allerdings zu spät. Klarer Favorit: Die deutschen Basketballer, die sich nach dem WM-Titel 2023 nun auch den EM-Titel gesichert hatten. Für Begeisterung hatten aber auch die Hockey-Herren bei ihrem EM-Gold und die Fußballerinnen bei der EM gesorgt – auch wenn Letztere im Halbfinale gegen Spanien verloren. Im festlich geschmückten Bénazet-Saal des Kurhauses von Baden-Baden wurde nun an diesem Sonntagabend bei der Gala zum „Sportler des Jahres“ zurückgeblickt auf diese und andere Erfolge, auf Comebacks, auf Jubel, Tränen und harte Kämpfe. Bereits zum 79. Mal fand die Traditionsveranstaltung statt, bei der sich auch dieses Jahr aktuelle und ehemalige deutsche Weltklasse-Athleten die Ehre gaben. Die erste Auszeichnung ging an den „Sportler des Jahres“ – an Zehnkampf-Weltmeister Leo Neugebauer. Schon im vergangenen Jahr hatte er zu den Top drei im Ranking gehört: damals als Olympia-Zweiter hinter den Olympiasiegern Lukas Märtens (Schwimmen) und Ruder-Gigant Oliver Zeidler.Franziska Preuß vor Darja VarfolomeevDieses Mal gingen die Plätze zwei und drei an Schwimmer Florian Wellbrock und Radprofi Florian Lipowitz. Wellbrock hatte bei den Weltmeisterschaften in Singapur innerhalb von fünf Tagen viermal Gold im Freiwasser gewonnen – und damit nach seinem Olympia-Debakel von Paris ein fulminantes Comeback gefeiert. Lesen Sie auchLipowitz hatte in diesem Jahr seinen endgültigen Durchbruch gefeiert und mit dem dritten Gesamtrang bei der Tour de France hierzulande für eine neue Radsport-Euphorie gesorgt.Lesen Sie auch „Das Ding wird heute richtig gefeiert, es wird noch ein richtig geiler Abend sein“, versprach Neugebauer. Die Trophäe brachte ihm sein Vater, zudem gab es noch eine Grußbotschaft von Sprint-Ikone Usain Bolt. Seine lockere Art und seine stets gute Laune haben Neugebauer viele Fans beschert. Auf den sozialen Medien lässt er sie regelmäßig teilhaben an dem, was er tut. So meldete er sich zuletzt aus dem Trainingslager in Südafrika zu Wort, davor aus Kamerun, wo er den dortigen Teil seiner Familie traf und in einheimische Kleidung schlüpfte. Neugebauers Vater stammt aus Kamerun.Als „Sportlerin des Jahres 2025“ wurde in Baden-Baden Biathletin Franziska Preuß geehrt, die eine phänomenale vergangene Saison gezeigt und sich am Ende im allerletzten Rennen und äußerst knapp den Sieg im Gesamtweltcup gesichert hatte – der größte Erfolg ihrer Karriere. „Ich muss niemandem mehr etwas beweisen“, sagt Preuß„Es lief von vorn bis hinten alles perfekt“, sagte Preuß nach ihrer Ehrung. Die große Kristallkugel als Gesamtsiegerin im Weltcup, dazu Gold und drei weitere Medaillen bei der WM in Lenzerheide heimste sie ein. „Ich muss mir und auch sonst niemandem mehr etwas beweisen“, sagte die 31 Jahre alte Preuß, die schon lange mit dem früheren Biathleten Simon Schempp liiert ist.Ein entscheidender Punkt für ihren Triumph war, dass Preuß endlich gesund blieb – anders als in der Vergangenheit, wo sie Saisons vorzeitig beenden musste, bei Höhepunkten fehlte oder nicht abliefern konnte: „Mein Vertrauen in meine Leistung ist größer und gibt mir jetzt auch so ein bisschen Gelassenheit“. Dafür leben sie und Partner Schempp während der Wettkampfzeit zeitweise „wie im Kloster“ und schlafen in getrennten Zimmern, wie der Staffel-Olympiasieger von 2014 im BR24-Podcast berichtete. Doch ausgerechnet im Olympia-Winter warf sie eine Corona- und Grippeinfektion zurück, sie knackte aber jetzt die Olympia-Norm. Preuß setzte sich mit 1.749 Punkten knapp vor Vorjahressiegerin Darja Varfolomeev (1.701) und Schwimmerin Anna Elendt (880), sensationell Weltmeisterin über 100 Meter Brust geworden, durch.Varfolomeev galt eigentlich als Favoritin auf den Titel „Sportlerin des Jahres“. Die 19-Jährige hatte bereits im vergangenen Jahr nach ihrem Olympiagold in der Rhythmischen Sportgymnastik diese Auszeichnung erhalten – 2025 begeisterte und verzauberte sie erneut: Varfolomeev feierte bei den Weltmeisterschaften viermal Einzelgold und siegte auch mit dem Team. Bei der Sportlerwahl lag sie am Ende 48 Punkte und damit knapp hinter Preuß.Lesen Sie auchDurch ihre Erfolge, ihre Art und ihre Lebensgeschichte hat Varfolomeev es mittlerweile geschafft, ihre Sportart hierzulande nachhaltig ins Rampenlicht zu rücken. Wenn die Weltmeisterschaften im kommenden Sommer (12. bis 16. August) in Frankfurt ausgetragen werden, dürften die Zuschauerränge prall gefüllt sein. Nach 2023 gewinnen die Basketballer erneutDie Nachfolge der 3x3-Basketballerinnen, die 2024 in Paris sensationell Silber geholt hatten, tritt die Basketball-Nationalmannschaft um Dennis Schröder an. Schon 2023, nach dem sensationellen WM-Coup, hatten sie die Wahl zur „Mannschaft des Jahres“ gewonnen. Besonders bemerkenswert an dem Triumph war der Ausfall von Bundestrainer Alex Mumbru, der wegen einer komplizierten Bauchspeicheldrüsen-Erkrankung während der EM ins Krankenhaus musste und sich am Tag nach dem Endspiel von Riga erneut in die Klinik begab. „Die Jungs wollten es auch für Alex gewinnen“, sagte Assistent Alan Ibrahimagic, der nach vorn rückte und Deutschland zu Gold führte.Lesen Sie auchErstmals vergeben wurde die Auszeichnung „Special Olympics Sportlerin des Jahres“ für Menschen mit geistiger Behinderung. Die Shorttrack-Athletin Sophia Dziadek gewann bei der Premiere und sagte: „Es bedeutet mir sehr viel, dass meine Leistungen gesehen werden.“ Laudator Felix Neureuther erklärte voller Anerkennung: „Sie zeigt, was im Sport möglich ist, wenn Menschen Chancen bekommen und ihre Stärken zeigen können.“Für einen bewegenden Moment sorgte bei der Gala das Gedenken an ein früheres Biathlon-Idol, die in diesem Jahr tödlich beim Bergsteigen verunglückte Laura Dahlmeier. Ergriffen lauschte das Publikum im Saal einem Lied von Musiker Gregor Meyle zu Ehren von Dahlmeier, die 2017 Sportlerin des Jahres war.Und so funktioniert die Wahl: Die Vorauswahl für die Kandidatenliste stammt von den Kaderathleten selbst, die für jede Kategorie eine Top-15-Liste erstellt haben. Dann hatten mehr als 3000 Mitglieder des Verbandes Deutscher Sportjournalisten die Möglichkeit, einen bis fünf Punkte für Sportler/Sportlerin und Mannschaft des Jahres abzugeben.
Sportler des Jahres: Der König der Athleten gewinnt – Überraschung bei den Frauen - WELT
Es ist eine sehr prestigeträchtige Wahl: zum 79. Mal wird in Baden-Baden Deutschlands „Sportler des Jahres“ geehrt. Die Gewinner sind ein Zehnkämpfer und eine Wintersportlerin. Sowie ein Team, das Gold bei der WM und bei der EM gewann. Eine Favoritin landet überraschend nicht ganz vorn.






