PfadnavigationHomeICONISTTrends„Smile“-KolumneWeihnachten im Weißen Haus – ein Lego-Trump, viel Gold, wenig WärmeVeröffentlicht am 22.12.2025Lesedauer: 3 MinutenDerzeit besonders grün: der Green Room im Weißen Haus mit Porträts von George Washington und Donald TrumpQuelle: REUTERS/Aaron SchwartzBlutbad, Eispalast, Lego-Porträt: An den Weihnachtsdekorationen von First Lady Melania Trump scheiden sich traditionell die Geister. Dieses Jahr ist sie vergleichsweise heimelig ausgefallen.Das Weihnachtsgeschenk von „Vanity Fair“ an die Regierung Trump? Eine Fotostrecke, auf der der inner circle einer Bande von Gangstern gleicht, mit Hautproblemen und Lippenbläschen. Aber es gibt auch gute Nachrichten. Die Dekoration des Weißen Hauses wurde auch dieses Jahr wieder federführend von Melania „Who gives a fuck about Christmas“ Trump betrieben. Kürzlich sah man sie schmunzelnd aus einem Kinderbuch vorlesen, wobei sie darauf achtete, dass keines der Kinder im Publikum auch nur eine der Illustrationen zu sehen bekam. Kinderfreunde entsetzten sich, aber auch hier gilt ihr Wahlspruch: „I really don‘t care, do you?“ Lesen Sie auchZu den Highlights ihrer Deko zählt ein Porträt ihres Mannes aus Legosteinen. Es zeigt den berühmten Mugshot von Donald Trump und führt vor, dass man mit Plastikbausteinen so nuancenreich arbeiten kann wie mit einem Dachshaarpinsel. Trumps Haare leuchten voll und golden wie das Fell eines Retrievers, seine Haut schimmert jugendlich, fast meint man ein spitzbübisches Schmunzeln auf seinen Lippen zu sehen. Das Bild aus dem Fulton County Jail in Atlanta/Georgia wurde zu einer Ikone der MAGA-Bewegung. Nur ein Detail wurde jetzt verändert: Statt einer roten, trägt der Lego-Trump eine blaue Krawatte, vermutlich wollte er nicht mit einem red-nosed reindeer verwechselt werden. Wer also noch ein Geschenk sucht: Nichts dürfte die Familie stärker zusammenschweißen als das gemeinsame Tüfteln an Trump.In der Vergangenheit hatte Melania Trump nicht immer ein glückliches Händchen mit ihren Weihnachtsdekorationen. Eine in düsteres Rot getauchte Galerie von Christbäumen erinnerte Kritiker an die Folge „Rote Hochzeit“ der Fantasy-Serie „Game of Thrones“, in der ein Familienfest als Blutbad endet. Oder sie verwandelte einen Teil des Weißen Hauses in eine Art Eishöhle, in der furchtsame Naturen die Dementoren aus „Harry Potter“ vermuteten, die einem mit ihrem Kuss jede Lebenskraft rauben.Lesen Sie auchMelania Trump wollte nie die warmherzige Mutter der amerikanischen Nation werden – und sie bleibt sich treu. So strahlt das von ihr in Auftrag gegebene Weiße Haus aus Lebkuchen die gleiche Heimeligkeit aus wie eine Badezimmerkachel aus dem Baumarkt. Und passt insofern perfekt zu den goldenen Stuckornamenten im West Wing, die entweder preisgünstig bei Home Depot gekauft – oder zumindest diesen täuschend ähnlich nachempfunden wurden. Trotzdem ist Melania eine Weihnachtsinszenierung gelungen, bei der man nicht um sein Leben fürchtet, und das muss man unbedingt als Fortschritt werten.Lesen Sie auchNur ihr Mann könnte ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Nachdem er den East Wing hat einreißen lassen, um Platz zu schaffen für den neuen Ballsaal, soll eiskalte Winterluft durch das Gebäude wehen. Ihren Presserundgang zur Weihnachtsdeko erledigte die First Lady jedenfalls im Mantel. Die andere First Lady der USA, die Sängerin Mariah Carey, läutet das jährliche Spektakel um ihren Mega-Hit „All I want for Christmas“ mit dem triumphierenden Ruf „It’s tii-ime“ ein (deutsch in etwa: Es ii-hist so weit). In Melanias Ohren muss das wie ein Hilfeschrei klingen.