PfadnavigationHomeSportHandballPokal-Niederlage gegen Berlin„Wir sind zerstört“ – Der Frust des THW-Trainers über die SchiedsrichterVeröffentlicht am 19.12.2025Lesedauer: 3 MinutenKiels Trainer Filip Jicha ruft seinem Team gestikulierend etwas zuQuelle: Andreas Gora/dpaNach dem Pokal-Aus in Berlin ist Filip Jicha vom THW Kiel völlig am Ende. Der Trainer rechnet mit dem Schiedsrichter-Duo ab. Er kämpft mit den Tränen und spricht von „einem gewissen Bonus“.Kiels emotional völlig erschöpfter Trainer Filip Jicha kämpfte nach dem Krimi im deutschen Handball-Pokal bei den Füchsen Berlin mit den Tränen. Seine Wut auf das Schiedsrichter-Duo konnte er nicht mehr verbergen. „Ich bin heute gerne ein schlechter Verlierer. Wir sind zerstört. Es tut unglaublich weh. Es ist für mich, für meine Mannschaft, für meine Jungs unglaublich schwer gewesen, zum dritten Mal mit diesen Schiedsrichtern zu agieren“, sagte der THW-Coach nach dem dramatischen 30:32 im Viertelfinale beim deutschen Meister.Jichas Kritik richtete sich gegen die Schiedsrichter Robert Schulze und Tobias Tönnies, die bereits bei Kiels Niederlagen gegen Berlin im Supercup sowie in der Bundesliga vor wenigen Wochen im Einsatz gewesen waren. Unmittelbar nach Spielende wollten sich beide nicht zu den Vorwürfen äußern. Das Gespann gilt als eines der besten in Deutschland und wurde zuletzt bereits zum fünften Mal in Folge als „Schiedsrichter der Saison“ ausgezeichnet.Der Deutsche Handballbund, der für die Schiedsrichteransetzungen verantwortlich ist, teilte am Freitagabend auf Anfrage mit, dass das Duo seit Jahren zu den anerkanntesten Unparteiischen im deutschen und internationalen Handball gehöre. „Auch für die kommende Europameisterschaft sind sie nominiert und werden den DHB damit bei einem weiteren Großereignis vertreten. Schulze/Tönnies sind daher auch für Spitzenspiele der HBL eine verlässliche Wahl“, hieß es. Lesen Sie auchDas hatte Jicha am Vorabend anders gesehen. „Du spielst dreimal gegen Berlin, dreimal pfeifen die gleichen Schiedsrichter. Ich verstehe es nicht. Es tut mir leid. Wir reißen uns hier den Arsch auf. Das ist Profisport mit einer Hingabe. Das gehört sich nicht so“, schimpfte er. Schon unmittelbar nach Abpfiff war der Tscheche wutentbrannt auf die Unparteiischen zugestürmt und hatte lautstark auf sie eingeredet. Jicha: „Etwas, was ich unfassbar lange verdauen werde“Aus seiner Sicht trugen die Schiedsrichter mit mehreren umstrittenen Entscheidungen maßgeblich zum Ausgang der Partie bei. Viele Pfiffe waren vom Spielfeldrand tatsächlich nur schwer nachvollziehbar: Allerdings fielen die 50:50-Entscheidungen in der ersten Hälfte überwiegend zugunsten der Kieler aus, nach der Pause dann eher zugunsten der Berliner. Abonnieren Sie WELTMeister bei Spotify, Apple Podcasts oder direkt per RSS-Feed.Eine konkrete Situation wollte Jicha nicht benennen, sagte aber mit Blick auf Berlins Welthandballer Mathias Gidsel: „Mathias ist einer der Besten von uns. Zurecht. Ich war selbst Welthandballer. Ich weiß, dass du einen gewissen Bonus kriegst.“Auf der Pressekonferenz rang der 43-Jährige sichtbar mit den Tränen und wirkte emotional völlig am Ende. „Ich bin einfach zerstört. Ich habe überhaupt keine Energie mehr, über Schulze und Tönnies zu reden. Es ist etwas, was ich unfassbar lange verdauen werde“, sagte Jicha niedergeschlagen.dpa/mel