Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp und Unicredit-Boss Andrea Orcel: Beide ringen um die Zukunft von Deutschlands zweitgrößter Privatbank. Foto: Imago, Getty Images, Commerzbank Commerzbank: „Deutsche Jeanne d’Arc“ – Bettina Orlopp gegen Unicredit Nach dem Einstieg von Unicredit befreite Bettina Orlopp das Institut aus einer fast aussichtslosen Situation. Ein Blick hinter die Kulissen des spannendsten Bankenkrimis des Jahres.

Andreas Kröner 18.12.2025 - 10:12 Uhr Artikel anhörenFrankfurt, Washington D.C. Bettina Orlopp steht auf dem Deck des Flussdampfers „Cherry Blossom“ auf dem Potomac River nahe der US-Hauptstadt Washington. Anlässlich der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds hat die Commerzbank-Chefin Kunden, Politikerinnen und Beschäftigte zu einer Rundfahrt samt Abendessen eingeladen.Bevor Orlopp in ihrer Begrüßungsrede über die Trends an den globalen Finanzmärkten spricht, geht es jedoch um ein Thema, das die 55-Jährige auch 6500 Kilometer entfernt von der Heimat nicht loslässt: den Übernahmekampf mit der italienischen Großbank Unicredit.„Der Elefant im Raum ist noch da“, sagt Orlopp. Mit einem Anteil von knapp 30 Prozent sei Unicredit ein wichtiger Aktionär, aber gleichzeitig auch ein Konkurrent der Commerzbank. „Deshalb konzentrieren wir uns auf uns selbst, und das tun wir, glaube ich, sehr erfolgreich.“Der Auftritt zeigt exemplarisch, wie die Managerin im Ringen um die Zukunft von Deutschlands zweitgrößter Privatbank seit 15 Monaten agiert: gelassen, selbstbewusst, immer mit einem Lächeln auf den Lippen.Die erste Frau an der Spitze der Commerzbank hat das Duell mit Unicredit-Chef Andrea Orcel zwar noch lange nicht gewonnen. Aber sie hat die Chancen auf eine eigenständige Zukunft des 155 Jahre alten Geldhauses innerhalb kurzer Zeit enorm verbessert.Commerzbank „Außergewöhnliches Jahr“ – Orlopp zieht erste Bilanz als CEO Wie ist Orlopp das gelungen? Wie geht es im Übernahmekampf weiter? Und wie sieht Orlopps Plan aus, um die Eigenständigkeit der Commerzbank langfristig zu sichern?Darüber hat das Handelsblatt mit zahlreichen Führungskräften, Aufsichtsräten, Finanzexpertinnen und auch mit Orlopp selbst gesprochen. Sie geben tiefe Einblicke in den vielleicht spannendsten Übernahmekrimi der deutschen Bankengeschichte.