PfadnavigationHomePanoramaBohrloch-ProzessZwölfjährige Tochter am OP-Tisch – Grazer Gericht spricht Ärzte freiVeröffentlicht am 10.12.2025Lesedauer: 2 MinutenEin Arzt hält in einem Operationssaal eine chirurgische Bohrmaschine in der HandQuelle: Robert Michael/dpaEine zwölfjährige Arzttochter soll bei einer Not-OP assistiert haben. Beim Prozess in Österreich gab es nun aber zwei Freisprüche – auch wenn die Richterin selbst sagt: „Da sind viele Dinge, die ich – salopp gesagt – als Wahnsinn empfinde“.Nach einer Notoperation, bei der die zwölfjährige Tochter einer Neurochirurgin mit am OP-Tisch stand, sind die Medizinerin und ein weiterer Chirurg in Österreich freigesprochen worden. Es könne nicht nachgewiesen werden, dass das Kind aktiv ein Loch in den Schädel des Patienten gebohrt habe, erklärte die Bezirksrichterin in Graz.Die Staatsanwaltschaft hatte die beiden Chirurgen wegen Beteiligung an einer Körperverletzung angeklagt, weil sie es mutmaßlich zuließen, dass das Mädchen als medizinisch ungeschulte Person eine Behandlung durchführte.

Der Patient war im Januar 2024 nach einem Unfall bei Forstarbeiten mit einer schweren Kopfverletzung in eine Klinik der Stadt im Süden Österreichs eingeliefert worden. Die Tochter der Neurochirurgin hatte ihre Mutter an diesem Tag zufällig zur Arbeit begleitet und darum gebeten, mit ihr in den Operationssaal kommen zu dürfen.Tochter der Chirurgin wollte mithelfenDort bat das Kind gegen Ende des Eingriffs darum, mithelfen zu dürfen. Der angeklagte Chirurg, der das Loch bohren sollte, ließ es nach eigenen Angaben zu, dass das Kind auch eine Hand oder beide Hände auf den Bohrer legte. Er beharrte jedoch vor Gericht darauf, dass er immer die Kontrolle über das Gerät hatte.