PfadnavigationHomePolitikDeutschlandGießen„Haben mich angeschrien. 300 sind hinter uns her“ – Ronzheimer schildert Attacke bei Anti-AfD-DemoVeröffentlicht am 02.12.2025Lesedauer: 2 MinutenPaul Ronzheimer, Axel Springer Global Reporter, ist während Dreharbeiten bei Anti-AfD-Protesten in Gießen von Linksextremen „absolut aggressiv“ angegangen worden. „Sie haben mich angeschrien und als Nazi beschimpft“, berichtet Ronzheimer bei WELT TV.Bei Protesten gegen die Neugründung der AfD-Jugendorganisation in Gießen musste Paul Ronzheimer seine Dreharbeiten abbrechen. Die Stimmung sei „absolut aggressiv“ gewesen, erzählt er im Interview mit WELT.Paul Ronzheimer, stellvertretender „Bild“-Chefredakteur, hat die Stimmung bei dem Vorfall am Samstag in Gießen als „absolut aggressiv“ beschrieben. Ronzheimer, der auch regelmäßig als Global Reporter für WELT arbeitet, war für seine Sat.1-Dokumentation „Ronzheimer – Wie geht's, Deutschland?“ bei den Protesten gegen die Neugründung der AfD-Jugendorganisation vor Ort.Er wollte Interviews mit Demonstranten führen, doch „dann kam plötzlich von der Lautsprecheranlage die Ansage ‚Macht mal Lärm gegen Paul Ronzheimer, der ist hier‘“. Dann sei alles immer aufgewühlter geworden, sagte er im Interview mit dem Nachrichtensender WELT.Lesen Sie auchZusammen mit seinem Team sei er eingekesselt worden, Rufe wie „Nazis raus“ ertönten. Versuche, mit den Leuten zu reden, seien gescheitert. „Eine hatte eine ‚Oma gegen rechts‘-Mütze auf. Keine Ahnung, ob sie Mitglied ist.“ Aber Gespräche seien unmöglich gewesen. „Sie haben mich nur noch angeschrien“, berichtete Ronzheimer weiter. Er und sein Team hätten versucht, den Ort zu verlassen. „Aber sie sind hinter uns her, es waren 200 bis 300.“Auf Nachfrage Ronzheimers antwortete der Verein „Omas gegen rechts“: „Da die fragliche Person in Gießen vermummt ist und wir sie damit weder identifizieren noch eine Regionalgruppe zuordnen können, sind wir leider nicht in der Lage zu einer Stellungnahme (...) soweit an den Verein gebunden, treten wir weder vermummt auf noch bedrängen wir Medienvertreter. Dies soll auch so bleiben.“Lesen Sie auchSchließlich habe die Polizei sie vor die Wahl gestellt: „Entweder wir bringen euch jetzt hier raus oder wir erteilen euch einen Platzverweis.“ Für den Schutz hätte man sonst zu viele Polizeikräfte gebraucht. „Ich mache der Polizei keinen Vorwurf“, stellte Ronzheimer klar. Sie seien zum Gelände der Stadtwerke Gießen gebracht worden. „Da haben wir dann über eine Stunde ausgeharrt.“ Später konnte Ronzheimer für Dreharbeiten wieder zurück in die Messehalle.Hessens Innenminister Roman Poseck erklärte: „Die Pressefreiheit gehört zu den Grundpfeilern unserer Demokratie“. Ronzheimers Schilderungen hätten ihn bestürzt, sagte der CDU-Politiker. „Es ist schockierend, dass ein Medienteam so massiv von Demonstranten attackiert wird.“Die Beamten der Polizei hätten im Fall des „Bild“-Reporters „umsichtig und entschlossen gehandelt“ und ihn und sein Team an einen sicheren Ort gebracht, um Schlimmeres zu verhindern. „Dennoch ist es sehr bedenklich, dass es so weit überhaupt kommen musste“, sagte Poseck.Bei den Gegenprotesten zum Gründungskongress der neuen AfD-Jugendorganisation in Gießen wurden mehr als 50 Polizisten verletzt. Darunter waren laut Poseck keine schweren Verletzungen.jm mit dpa