PfadnavigationHomeICONISTPartnerschaftSpielerisch KennenlernenEine Date-Methode, die einander näher bringt als jedes Candle-Light-DinnerVeröffentlicht am 29.11.2025Lesedauer: 3 MinutenDie Liebe finden? Für viele anstrengend. Ständig swipen, zu wenig wahres Leben – kann da eine spielerische Date-Idee Abhilfe schaffen?Quelle: picture alliance/Norbert Schmidt/Norbert SCHMIDTKennenlernen mit „Star Wars“-Sets und Wein? Klingt kindlich – funktioniert aber überraschend gut. Lego-Dates gelten vielen als Antidot gegen den Swipe-Frust. Und manchmal entsteht mehr als nur ein Todesstern. Was Singles beim gemeinsamen Steinestecken erleben – und was die Psychologie dazu sagt.Ein Kinderspiel sagen die einen. Eine der besten Ideen für ein Date, meint der „Sexiest Man Alive“ Jonathan Bailey. Es geht um Lego – die kleinen, bunten Steine, aus denen Schlösser, „Star Wars“-Todessterne oder ganze Blumensträuße entstehen. Bailey, aus der Netflix-Serie „Bridgerton“ bekannt und kürzlich vom US-Magazin „People“ für seinen Sexappeal ausgezeichnet, baut und spielt damit gerne bei Dates. Kenne er einen Menschen schon etwas länger, „spielen wir Lego. Einige meiner schönsten Dates waren Lego-Dates“, sagte der 46-Jährige der Publikation.Klassischerweise führen Dates in Cafés, Restaurants oder auf Spaziergänge – aber ins Wohnzimmer, zum Spielsteine-Stapeln? Schon vor vier Jahren kam Lego selbst auf die Idee und inszenierte für einen Werbespot drei erste Treffen. In den Kommentaren dazu finden sich Erfahrungsberichte von Menschen, die tatsächlich ein Date so gestalteten – und die Liebe fanden. „So sind mein Freund und ich zusammengekommen! Eine Nacht mit ‚Star Wars‘-Lego und Wein“, schreibt eine Frau. Zu jedem Jubiläum kauften sie und ihr Partner nun ein neues Lego-Set, um ihr Kennenlernen zu feiern.Lesen Sie auchEin anderer Nutzer berichtet von einem Abend, an dem gemeinsam ein VW-Bus gebaut worden sei: „Wir haben mindestens vier Stunden gebraucht.“ So viel Zeit miteinander zu verbringen und nicht flüchten zu wollen – allein das darf in der anstrengenden Dating-Welt als Erfolg gelten. Paartherapeutin Nele Sehrt sieht aber noch mehr Vorteile: „Beim Lego-Spielen sind beide in Aktion. So umgeht man gegebenenfalls ein peinliches Schweigen, wenn man nicht weiß, was man fragen kann oder sich erzählen soll“, erklärt die Expertin.Zudem lerne man sich kennen, erlebe, wie etwa Absprachen und Problemlösungen vom jeweils anderen gelebt würden. „Das ist wirklich sinnvoll, um zu erfahren, wie jemand sich etwa unter Stress verhält“, sagt die Psychologin. Ganz nebenbei entdecke man ein gemeinsames Interesse – „und man erzählt sich womöglich noch Erinnerungen an schöne Kindheitserlebnisse beim Spielen, das kann verbindend sein“.Lesen Sie auchDoch Sehrt gibt auch zu bedenken: „Man sollte immer die eigene Sicherheit im Kopf haben und sich mit unbekannten Menschen nicht in Wohnungen treffen. Öffentliche Räume sind auch bei früheren, angstvollen Erfahrungen besser.“Grundsätzlich registriert die Therapeutin mittlerweile eine große Frustration bei der Partnersuche. „Es gibt ein Überangebot an Singles, deshalb werden Kontakte schnell aufgegeben, und man orientiert sich neu.“ Hinzu komme, dass die Online-Suche als Muss empfunden werde. „Doch das Herz schlägt für die reale Welt“, beobachtet Sehrt.Lesen Sie auchWohl auch deshalb empfinden Menschen das gemeinsame Spielen als „wholesome“, zu Deutsch: wohltuend, wie es in den Kommentaren unter dem Werbespot heißt. Nach teilweise ewigem Swipen in Apps und Stunden am Bildschirm baut man bei Lego-Dates gemeinsam etwas auf, hat am Ende ein handfestes Ergebnis – und womöglich noch einen neuen Partner dazu.Ein Garant für die Liebe ist das freilich nicht: Auch Sänger Ed Sheeran hatte einst ein Lego-Date, wie er schon vor Jahren in einer britischen Talkshow erzählte. Er habe zu dem Treffen das Set zu dem Piratenschiff aus dem Film „Fluch der Karibik“ mitgebracht, das man zusammen aufgebaut habe. Funken flogen aber keine. Der Bausatz kostet aktuell rund 350 Euro. Da sind Drinks in einer Bar womöglich doch die günstigere Alternative.Anna Eube, dpa