PfadnavigationHomePolitikDeutschlandDeutscher Mittelstand„Kontaktverbot aufgehoben“ – Wirtschaftsverbände diskutieren Ende der Brandmauer zur AfDVeröffentlicht am 24.11.2025Lesedauer: 2 MinutenWirtschaftsverbände überdenken teilweise ihren Umgang mit der AfD. So gibt der Verband Die Familienunternehmer seine bisherige Brandmauer-Strategie auf, wie das „Handelsblatt“ berichtete.Wirtschaftsverbände stellen ihren Umgang mit der AfD zur Debatte. Der Verband Die Familienunternehmer gibt seine bisherige Brandmauer-Strategie auf und will auch AfD-Vertreter einladen.Im deutschen Mittelstand wird über den Umgang mit der AfD diskutiert. Wirtschaftsverbände überdenken teilweise ihren Umgang mit der Oppositionspartei. So gibt der Verband Die Familienunternehmer seine bisherige Brandmauer-Strategie auf, wie das „Handelsblatt“ berichtete. „Im Kern geht es um die Interpretation, was die Brandmauer zur AfD überhaupt ist bzw. was sie bezwecken soll“, sagte Verbandspräsidentin Marie-Christine Ostermann der Zeitung.„Für uns war die Brandmauer eine totale Isolation der AfD“, die so weit ging, „dass wir AfD-Bundestagsabgeordnete prinzipiell nicht einluden“, fügte Ostermann hinzu. „Diese Art Kontaktverbot haben wir mit dem letzten Parlamentarischen Abend auf Bundesebene aufgehoben – in unseren Landesbereichen hat es diese Art der Brandmauer noch nie gegeben.“ Trotzdem wolle der Verband die AfD „auf keinen Fall als Koalitionspartner in einer Regierung sehen“, betonte sie.Die Stiftung Familienunternehmen sieht dagegen keine Veranlassung, ihre Position zu extremen Parteien zu ändern, berichtete das „Handelsblatt“ weiter. Vertreter der AfD oder der Linken würden nicht zu Veranstaltungen eingeladen, „weil deren Wertebasis in weiten Teilen nicht zu der von Familienunternehmen passt“, sagte Stiftungsvorstand Rainer Kirchdörfer. Lesen Sie auchDie Programmatik der AfD gefährde das Familienunternehmertum in Deutschland. „Dies entbindet die Parteien der Mitte selbstverständlich nicht davon, endlich die großen Probleme in Deutschland entschiedener anzugehen“, fügte Kirchdörfer hinzu.Der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) verwies auf die hohen Umfrage- und Wahlergebnisse für die AfD. Diese „sprechen derzeit nicht dafür, dass die Strategie der Brandmauer erfolgreich funktioniert hat“, sagte Bundesgeschäftsführer Christoph Ahlhaus.Er berichtet von einer „lebhaften“ Debatte in der mittelständischen Wirtschaft über die AfD. Sein Verband werde sich dazu „nicht wegducken und in seinen Gremien zeitnah eine Position erarbeiten“. Auf regionaler Ebene hätten in der Vergangenheit AfD-Vertreter „vereinzelt an Veranstaltungen des BVMW teilgenommen“, sagte er weiter.SPD-Politiker Roloff: AfD kein normaler GesprächspartnerDer Erste Parlamentarische Geschäftsführer der AfD im Bundestag, Bernd Baumann, sagte vor Journalisten in Berlin, es gebe immer mehr Kontakte und Verbände, die Gesprächskanäle suchten. Gerade die Unternehmer wüssten, „wie wir gegen die Wand fahren“. „Und von daher bricht die Brandmauer in immer weiteren Teilen der Republik. Da sind die Familienunternehmer, die es öffentlich gemacht haben, nur ein Teil.“Der SPD-Wirtschaftspolitiker Sebastian Roloff kritisierte im „Handelsblatt“, eine Partei, die als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft sei, könne kein normaler Gesprächspartner sein. „Nur weil gerade viele Menschen, auch aus Frust gegenüber anderen Parteien, der AfD ihre Stimme geben, ist das kein Grund für eine Normalisierung.“AFP/dpa/saha
Wirtschaftsverbände diskutieren Ende der Brandmauer zur AfD: „Kontaktverbot haben wir aufgehoben“ - WELT
Wirtschaftsverbände stellen ihren Umgang mit der AfD zur Debatte. Der Verband Die Familienunternehmer gibt seine bisherige Brandmauer-Strategie auf und will auch AfD-Vertreter einladen.











