PfadnavigationHomePolitikDeutschlandGrünen-Chef Banaszak„Die Leute erleben einen Staat, der nicht in der Lage ist, die einfachsten Versprechen zu halten“Veröffentlicht am 18.11.2025Lesedauer: 2 MinutenFelix Banaszak, Bundesvorsitzender der Grünen, spricht bei einer PressekonferenzQuelle: Britta Pedersen/dpaGrünen-Chef Felix Banaszak warnt vor einer „autoritären Verschiebung“ und räumt Fehler seiner Partei ein: Man habe den Widerstand gegen Klimapolitik unterschätzt und viele fühlten sich entwertet. Statt Kulturkampf brauche es „mehr Klassenkampf“.Grünen-Chef Felix Banaszak hat sich besorgt über die Lage seiner Partei, aber auch die der progressiven Linken insgesamt geäußert. „Das dominante Gefühl ist Ohnmacht im Angesicht einer autoritären Verschiebung und gegenüber der Polarisierung der Gesellschaft“, sagte er in einem Interview mit der „Zeit“. „Den Gegnern ökologischer Politik ist es gelungen, das Klima zum Teil dieses Kulturkampfes zu machen. Ich will aus dieser Ohnmacht ausbrechen.“Banaszak sieht die Tendenz, dass sich insbesondere die Unterstützer fossiler Geschäftsmodelle zunehmend von der demokratischen Mitte entfernen. „Diejenigen, die aus wirtschaftlichen Gründen unsere Lebensgrundlagen weiter zerstören wollen, verbinden sich seit einiger Zeit mit autoritären Kräften und antiliberalen Bewegungen“, sagte er. „Sie behaupten: Die Ökos wollen euch was wegnehmen. Dabei sind sie es, die weiter Gewinne auf Kosten des Gemeinwohls machen wollen.“Lesen Sie auchUnter den Folgen der Klimakrise würden aber nicht die Verantwortlichen, sondern die Ärmsten leiden. „Für die Grünen bedeutet das: mehr Klassenkampf, weniger Kulturkampf.“Der größte Fehler der Grünen sei es gewesen, den Widerstand gegen ihre Klimapolitik „unterschätzt“ zu haben. „Viele empfinden die lautstark vorgetragenen Forderungen nach Wandel auch als Entwertung ihrer Lebensweise“, sagte der Grünen-Vorsitzende. „Unser Zukunftsversprechen stößt auf eine Gesellschaft, die mit Wandel viele schlechte Erfahrungen gemacht hat, insbesondere im Osten.“ „Der Zustand der Bahn ist demokratiezersetzend“Weiter sagte er: „Die Leute erleben einen Staat, der nicht in der Lage ist, die einfachsten Versprechen zu halten.“ Als Beispiel dafür nennt Banaszak die Deutsche Bahn: „Der Zustand der Bahn ist demokratiezersetzend.“Banaszak ist überzeugt, dass die Grünen auch in Zukunft mit progressiver Politik Mehrheiten gewinnen werden, gerade in Bezug auf den Klimawandel. „Friedrich Merz und Katherina Reiche kommen mit ihrer fossilen Agenda nicht durch“, sagt er der im Interview. „Es gibt eine neue Mobilisierung für ökologische Politik, da bin ich mir sicher.“cvb