PfadnavigationHomeRegionalesHamburgTarifrundeDressel nennt Gewerkschaftsforderung „völlig überzogen“Veröffentlicht am 17.11.2025Lesedauer: 2 MinutenAndreas Dressel (SPD) ist Hamburgs Finanzsenator und Chefverhandler auf Seiten der Länder, wenn am 3. Dezember die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst beginnenQuelle: Daniel Bockwoldt/dpaVor Beginn der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder attackiert Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) die Forderung von sieben Prozent mehr Lohn. Die Gewerkschaften halten dagegen – und stellen sich auf einen harten Konflikt ein.Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel hat die von den Gewerkschaften für die anstehende Tarifrunde im öffentlichen Dienst der Länder erhobene Forderung scharf kritisiert. „Mit ritualisierten astronomischen Forderungen nicht erfüllbare Erwartungen zu wecken, die am Ende zu großen Enttäuschungen bei vielen Beschäftigten führen, ist nicht zielführend“, sagte der SPD-Politiker am Montag. Dressel ist Vorsitzender der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und damit Chefunterhändler für die Länder.Die Gewerkschaften ver.di und dbb hatten zuvor beschlossen, mit einer kräftigen Lohnforderung in die Verhandlungen zu gehen: Sie verlangen sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro zusätzlich pro Monat. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro steigen, außerdem wird ihre unbefristete Übernahme nach der Ausbildung gefordert. Hinzu kommen strukturelle Verbesserungen wie um 20 Prozent erhöhte Zeitzuschläge. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll lediglich zwölf Monate betragen.Lesen Sie auchDressel hält das für nicht realistisch. „Natürlich verdienen die Beschäftigten der Länder Wertschätzung, nicht zuletzt durch angemessene Lohnerhöhungen. Aber die geforderte Lohnerhöhung passt nicht in die Zeit und ist bei einer Inflationsrate von zwei Prozent völlig überzogen“, sagte er. Die Forderung würde die Länderhaushalte massiv belasten: Für die rund 860.000 Tarifbeschäftigten ergäben sich Kosten von etwa vier Milliarden Euro pro Jahr, einschließlich der Übertragung auf den Beamtenbereich sogar rund 12,6 Milliarden Euro. „Ich hatte gehofft, dass die Lohnforderung sich näher am realistisch Machbaren orientiert. So allerdings sehe ich jetzt äußerst schwere Verhandlungen auf uns zukommen“, so Dressel weiter.Anerkennung und Respekt in Form von Geld gefordertDie Gewerkschaften argumentieren dagegen mit Fachkräftemangel und dem Anspruch auf Anerkennung. „Die Beschäftigten wollen ein klares Signal der Arbeitgeber, dass ihre Leistungen künftig besser honoriert werden – sie erwarten Anerkennung und Respekt für ihr Engagement“, erklärte ver.di-Chef Frank Werneke. Der öffentliche Dienst müsse attraktiv bleiben, um mit qualifizierten und motivierten Menschen die anstehenden Herausforderungen zu meistern.Die Tarifrunde beginnt am 3. Dezember in Berlin und wird im Januar und Februar in Potsdam fortgesetzt. Betroffen sind mehr als 1,2 Millionen Tarifbeschäftigte. Da überlicherweise die ausgehandelten Tarifsteigerungen auch auf die Beamten übertragen werden, kommen fast 1,3 Millionen Beamte hinzu.juve
Tarifrunde: Dressel nennt Gewerkschaftsforderung „völlig überzogen“ - WELT
Vor Beginn der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder attackiert Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) die Forderung von sieben Prozent mehr Lohn. Die Gewerkschaften halten dagegen – und stellen sich auf einen harten Konflikt ein.






