PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungMigration und GewaltDenkverbote schaden unserer SicherheitVon Christina StumppVeröffentlicht am 21.11.2025Lesedauer: 4 MinutenStadtbild: Berlin, AlexanderplatzQuelle: Getty Images/Sean Gallup67 Prozent der Frauen fühlen sich nachts allein im öffentlichen Personennahverkehr unsicher. Wer das Problem lösen will, muss über Tätergruppen und irreguläre Zuwanderung reden – fordert unsere Gastautorin, stellvertretende Generalsekretärin der CDU.Nur wer sicher ist und sich auch sicher fühlt, kann in Freiheit leben. Zurzeit aber nimmt das Sicherheitsempfinden im öffentlichen Raum immer weiter ab. Seit 2017 ist der Anteil der Menschen, die sich im öffentlichen Raum unsicher fühlen, um 17 Prozent gestiegen und liegt nun bei 40 Prozent, wie der ARD-Deutschlandtrend belegt. Auch deshalb hat der Bundeskanzler mit seinen Aussagen zum „Stadtbild“ einen Nerv getroffen. Die Debatte ist abgeklungen, aber das Problem bleibt bestehen: Besonders Frauen berichten mir, dass sie sich im öffentlichen Raum zunehmend unwohl fühlen. Deshalb müssen wir dringend über Ursachen, häufige Tätergruppen und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der inneren Sicherheit sprechen, ohne uns von den erwartbaren und immer gleichen Vorwürfen der Relativierer und Verharmloser beirren zu lassen. In einer umfangreichen Erhebung des Bundeskriminalamtes gaben 67 Prozent der Frauen an, sich nachts allein im öffentlichen Personennahverkehr unsicher zu fühlen. Diese Zahlen müssen die Politik alarmieren, denn eine solche Vertrauenskrise in den öffentlichen Raum ist kein Randproblem, sondern ein Warnsignal für unsere Gesellschaft. Als zweifache Mutter geht es mir wie vielen Eltern im Land um die Zukunft unserer Kinder. Ich möchte, dass auch die kommenden Generationen in Frieden und Freiheit leben können.Lesen Sie auchBeim Blick auf die allgemeine Kriminalitätsentwicklung müssen wir berücksichtigen, dass sich nicht alle Straftaten gleich stark auf das Sicherheitsgefühl auswirken. Steuerhinterziehung oder Urkundenfälschung sind zweifellos Unrecht, aber sie lassen niemanden nachts mit Herzklopfen durch eine dunkle Unterführung gehen. Gewaltverbrechen, Sexualdelikte oder brutale Messerattacken dagegen prägen das Gefühl der Unsicherheit massiv. Um die Frage, ob eine Zunahme bei derartigen Delikten im Zusammenhang mit irregulärer Zuwanderung steht, tobt ein heftiger Deutungskampf. Darüber offen zu sprechen, ist in der politischen Mitte lange Zeit mit Denkverboten belegt worden. Aus Angst in die Nähe von Populisten gerückt zu werden, wurde das Problem nicht beim Namen genannt. Doch genau diese Sprachlosigkeit schädigt das Vertrauen in die Politik. Mein Ansatz ist es, Politik für die Mehrheit unserer Gesellschaft machen – und nicht nur Klientelpolitik, wie die Grünen in Ampelzeiten. Ein unverstellter Blick auf die Zahlen zeigt ganz klar: Es gibt Herkunftsländer und Regionen, die bei schweren Gewalt- und Sexualdelikten auffallend überrepräsentiert sind. Afghanische Männer sind als Tatverdächtige schwerer Sexualstraftaten gegenüber deutschen Männern um mehr als das Zehnfache überrepräsentiert. Auch bei Gewaltkriminalität und Mord sind sie in erschreckend überdurchschnittlichem Ausmaß vertreten. Vergleichbare Auffälligkeiten gibt es zum Beispiel bei Syrern und Marokkanern. Die Differenzen sind so gravierend, dass sie die Schlussfolgerung zulassen: Die bisherige Art der Zuwanderung aus diesen Ländern ist problembehaftet und zeigt gravierende Integrationsdefizite auf.Lesen Sie auchWer diese Realität totschweigt oder relativiert, kann keine Lösungen entwickeln. Und wer sie nutzt, um Zugewanderte generell zu diffamieren, gefährdet den Zusammenhalt und den Erfolg unserer Einwanderungsgesellschaft. Denn Differenzierung ist entscheidend: So gibt es nämlich auch Herkunftsländer, die eine solche Auffälligkeit in der polizeilichen Kriminalstatistik nicht aufweisen, oder die gar unterrepräsentiert sind. Eine ehrliche, lösungsorientierte Debatte über die gravierenden Auswirkungen der Herkunftsregion auf Straffälligkeit und Integrationserfolg muss daher ein zentrales Anliegen der politischen Mitte sein. Eine konsequente Migrationspolitik, die diesen Aspekt berücksichtigt, schützt auch die vielen Migrantinnen und Migranten, die hier gut integriert leben und arbeiten – und das gleich in doppelter Hinsicht: Erstens dürfen sie nicht in Mithaftung für die Taten einiger weniger genommen werden. Zweitens werden gerade Migrantinnen und Migranten überproportional häufig selbst Opfer von Gewalt durch ebenjene Täter. Die Bundesregierung hat mit der eingeleiteten Migrationswende einen ersten wichtigen Schritt für die innere Sicherheit getan. Mit Erfolg begrenzt sie den Zuzug irregulärer Migranten, die häufig aus problematischen Herkunftsregionen stammen. Seit Regierungsübernahme hat sich die Zahl der Asylanträge im Vergleich zum Vorjahr halbiert. Bett, Brot und SeifeHierauf gilt es aufzubauen. Abgelehnten Asylbewerbern dürfen wir nur noch das Nötigste gewähren: Bett, Brot und Seife. Rückführungen müssen konsequent dort erfolgen, wo sie rechtlich möglich sind. Entscheidend ist: Deutschland hält an Menschenwürde und internationalem Recht fest, setzt seine Entscheidungen aber in diesem Rahmen ebenso konsequent durch. Asylzentren in Drittstaaten sind entscheidend, um Schleppern das Geschäftsmodell zu entziehen. Außerdem: Dort, wo der Einsatz moderner Technik Sicherheitsgewinne bietet, dürfen wir uns mit Bedenkenträgerei nicht selbst im Wege stehen. Dazu zählt intelligenter Videoschutz an Kriminalitätsschwerpunkten oder auch die elektronische Fußfessel für Gewalttäter, die Frauen auch dort besser schützt, wo ihnen am häufigsten Gewalt entgegenschlägt: in ihren eigenen vier Wänden.Sicherheit ist die Grundlage unseres Zusammenlebens. Wenn der Staat diese nicht gewährleisten kann, entsteht nicht nur Angst, die besonders Frauen auf dem Heimweg, in Bus und Bahn oder in der Innenstadt spüren. Es entsteht auch ein Nährboden für Radikalisierung. Wer dagegen ehrlich über Ursachen spricht und entschlossen handelt, wird die tatsächliche und die gefühlte Sicherheit erhöhen und Vertrauen in die Politik der Mitte zurückgewinnen.Christina Stumpp ist Mitglied des Deutschen Bundestages und stellvertretende Generalsekretärin der CDU.