Unlängst jährte sich zum ersten Mal das tödliche Unglück, das Anlass für die seither nicht mehr verebbten Proteste gegen die Herrschaft des serbischen Staatspräsidenten Aleksandar Vučić war: In Novi Sad, Serbiens zweitgrößter Stadt, stürzte am 1. November 2024 das schlampig renovierte Vordach eines Bahnhofs ein. Dutzende Passanten wurden dabei verletzt, 16 kamen ums Leben. Bald aufkommende Indizien dafür, dass durch politische Korruption begünstigter Pfusch am Bau die Ursache für das Unglück war, führten zu einer Welle der Empörung, die an den Universitäten ihren Ausgang nahm, bald aber über das akademische Milieu hinaus um sich griff.