Als Kim Niehaus in der Schulzeit Taylor Swift für sich entdeckt, wird sie dafür belächelt. «Wenn du mit einem Taylor-Swift-T-Shirt in den Klassenraum gekommen bist, war das ultra peinlich», erinnert sie sich. Trotzdem bleibt sie Fan - und schwänzt sogar zwei Stunden Englischunterricht, um rechtzeitig zum Konzert nach Köln zu kommen.Heute, Jahre später, spricht die Influencerin darüber, wie stark Fankultur Gemeinschaft stiften kann. Egal ob bei Swift, K-Pop-Stars oder deutschen Bands wie Tokio Hotel: Superfans rücken in letzter Zeit verstärkt ins Bewusstsein. Sie geben Anlass, darüber nachzudenken, was Fan-Sein heute bedeutet.Woher der Begriff «Stan» für einen Superfan kommtExtreme Formen der Fankultur werden heute auch mit dem Begriff «Stan» beschrieben. Der Begriff geht laut Medienberichten aus Eminems gleichnamigem Song von 2000 hervor, der eine Fanfixierung als warnende Geschichte inszeniert: Ein Fan schreibt immer wieder Briefe an Eminem, bis seine Fixierung schließlich fatal endet.Später soll Eminem erklärt haben, dass der Song von echten Erlebnissen inspiriert wurde. Mittlerweile hat sich «Stan» (pl. «Stans») im popkulturellen Sprachgebrauch etabliert und wird neben obsessivem Fanverhalten auch benutzt, um harmlose Begeisterung auszudrücken.«Parasozialität»: Der Begriff für einseitige Fan-BeziehungenPsychologen fassen solche Dynamiken auch unter dem Begriff «parasoziale Beziehungen» zusammen, also einseitige Bindungen zwischen einem Fan und einer Medienpersönlichkeit. «Fankultur ist Parasozialität», erklärt die Sozialpsychologin Johanna Degen der dpa.