PfadnavigationHomePanoramaErfurtSchulleiter muss nach Missbrauchsskandal Posten räumenVeröffentlicht am 12.11.2025Lesedauer: 2 MinutenDer Gymnasiallehrer beim Prozessauftakt. Er wurde zu fünf Jahren Haft verurteiltQuelle: picture alliance/dpa/Annett GehlerDer langjährige Direktor eines Erfurter Gymnasiums verlässt sein Amt, nachdem seine Untätigkeit in einem Missbrauchsskandal bekannt wurde. Ein Lehrer wurde schon verurteilt, ein weiterer ist angeklagt.Nach dem Missbrauchsskandal an einem Erfurter Gymnasium räumt der Schulleiter seinen Posten. Nach Angaben des Bildungsministeriums stellt er sein Amt ab dem 1. Dezember dieses Jahres zur Verfügung. Zur Nachfolge seien Ministerium und Schulamt in enger Abstimmung. Ziel aller schulaufsichtlichen und dienstrechtlichen Maßnahmen sei ein klarer Neuanfang für die betroffene Schule, sagte ein Ministeriumssprecher. Für eine langfristige Stabilisierung und positive Entwicklung der gesamten Schulgemeinschaft seien Aufarbeitung und intensive Unterstützung nötig.Das Landgericht Erfurt hatte am 30. Oktober einen Lehrer der Schule wegen des jahrelangen sexuellen Missbrauchs einer Schülerin zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Während des Prozesses wurde bekannt, dass sich die missbrauchte Schülerin auch dem Schulleiter anvertraute, jedoch keine Hilfe erhalten haben soll. Weiterer Lehrer angeklagtEbenso soll sie sich an einen damaligen Vertrauenslehrer der Schule gewandt haben. Dieser solle dann aber mit ihr pornografische Bilder ausgetauscht haben. Der Vertrauenslehrer wurde inzwischen ebenfalls wegen des sexuellen Missbrauchs und Vergewaltigung anderer Schülerinnen angeklagt. Das Verfahren gegen diesen Lehrer steht noch aus. Lesen Sie auchLaut dem Ministerium war bereits vor der Verurteilung des Lehrers ein Disziplinarverfahren gegen den Schulleiter eingeleitet worden. Der Vorsitzende Richter hatte angesichts der Dimension des Falls bei der Urteilsverkündung harsche Kritik an der Schule geübt und unter anderem gesagt: „Mit dem Schulleiter hätte ich gerne Tacheles geredet.“dpa/krö