PfadnavigationHomePS WELTAuto-NewsWarum ist die Ladeinfrastruktur so schlecht?Blackout an der Bundesautobahn Veröffentlicht am 12.11.2025Lesedauer: 5 MinutenEher öde: eine langsame 50-kW-Säule an der RaststätteQuelle: SP-XDie Ladeinfrastruktur für E-Autos ist in Deutschland gut ausgebaut. Ausgerechnet an den Autobahnen gibt sie jedoch ein schlechtes Bild ab. SP-X/Köln. Wer heute mit dem E-Auto auf Langstrecke geht, erlebt an deutschen Autobahnen zu oft ein Déjà-vu aus der Frühzeit der Elektromobilität: zu wenige Ladepunkte, zu geringe Leistung, wenig Wetterschutz und verwirrende Preise. Die schwierige Situation hat Gründe.

Wie schlecht es um die Ladeinfrastruktur entlang der Autobahn steht, zeigt eine aktuelle ADAC-Untersuchung von 25 Rastanlagen: Rund 80 Prozent der Standorte fallen dort mit „mangelhaft“ oder „sehr mangelhaft“ durch, fünf erreichen ein „ausreichend“, bessere Noten wurden gar nicht vergeben. Häufigster Befund: viel zu langsame „Schnell“-Lader, die für die Langstrecke nicht mehr zeitgemäß sind, wenig einladende Umgebungen und intransparente Ladekosten.

Wer gelegentlich mit dem E-Auto unterwegs ist, kann die miesen Wertungen nachvollziehen: Oft stehen die Säulen in der hinterletzten Ecke, sind von Lkw zugeparkt oder zu Stoßzeiten völlig überfüllt. Wer kann, meidet Raststätten oder Rastplätze und steuert direkt die etwas abseits gelegenen Autohöfe an: Auch dort ist nicht immer alles perfekt – im ADAC-Test erreichten aber immerhin 13 der 25 getesteten Standorte gute Noten. Eine Bewertung, die sich mit praktischen Erfahrungen deckt: Immerhin gibt es dort Toiletten, einen Kaffee und oft auch eine Auswahl an Schnellimbissanbietern. Hinzu kommen die großen Schnelllade-Hubs in autobahnnahen Gewerbegebieten, die teils eine wirklich gute Infrastruktur bieten. Wer auf Reisen flott laden will, kann das in Deutschland also relativ problemlos. Aber halt nicht direkt an der Autobahn.