PfadnavigationHomePanoramaBeförderungssperre verhängtStreit um Geschlechtswechsel – NRW-Polizei zeigt Kommissarin anVeröffentlicht am 12.11.2025Lesedauer: 3 MinutenDie Polizei in Düsseldorfer kauft einem Kommissar den Geschlechtswechsel zur Frau nicht ab. Die Behördenleitung hat die Beamtin sogar wegen versuchten Betruges angezeigt und ein Disziplinarverfahren eingeleitet.Ein Polizeibeamter lässt beim Standesamt sein Geschlecht ändern. Doch die Vorgesetzten in Düsseldorf haben einen Verdacht. Sie erstatten Anzeige und verhängen eine Beförderungssperre.Ärger in den eigenen Reihen: Die Düsseldorfer Polizei nimmt einem Kommissar den Geschlechtswechsel zur Frau nicht ab. Die Behördenleitung hat die Beamtin sogar wegen versuchten Betruges angezeigt und ein Disziplinarverfahren gegen sie eingeleitet. Zudem wurde ein Beförderungsstopp verhängt. Das bestätigte ein Polizeisprecher auf Anfrage.Zunächst hatte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, RTL und „T-Online“ folgten mit eigenen Berichten. Der Vorwurf: Der Geschlechtswechsel sei lediglich für einen Karrieresprung vollzogen worden. Am 7. Mai hatte der Düsseldorfer Polizeikommissar beim Standesamt einen Geschlechtswechsel zur Frau eintragen lassen und auch seinen Dienstherrn informiert. Seit Jahresbeginn sei dies ohne Begründung möglich, berichtet Anwalt Christoph Arnold. Davon habe seine Mandantin Gebrauch gemacht. Geschlechterwechsel nur für Beförderung?Ihre Vorgesetzten argumentieren, die Beamtin habe sich mit dem standesamtlichen Geschlechterwechsel nur einen Vorteil für ihre Karriere erschleichen wollen. Sie habe sich entsprechend gegenüber Kollegen geäußert. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, die die Ermittlungen leitet, wollte sich zu dem Fall aktuell nicht äußern.Gegenüber „T-Online“ gab aber die Polizei ein Statement ab. „Der früher männliche Kollege hatte mehrfach an unterschiedlichen Stellen im Kollegenkreis aktiv, explizit und plakativ zum Ausdruck gebracht, dass er seinen Geschlechtseintrag nur ändern lassen wolle, um von der behördlichen Frauenförderung im Beurteilungs- und Beförderungswesen zu profitieren“, teilte eine Polizeisprecherin dem Portal mit. Und: „Im Anschluss an eine Beförderung werde er dies erneut ändern und rückgängig machen, um zeitnah als Mann heiraten zu können.“Lesen Sie auchTatsächlich soll sich die Beamtin durch den geänderten Geschlechtseintrag um 43 Plätze in der Beförderungsrangliste verbessert haben. „T-Online“ rechnete dies nach: Dies hätte dann einen schnelleren Sprung von der Gehaltsstufe A9 auf A10 und damit deutlich mehr Geld zu einem früheren Zeitpunkt bedeutet: Je nach Erfahrungsstufe beträgt der Unterschied zwischen den Besoldungsgruppen monatlich zwischen 247 und 472 Euro.Lesen Sie auchOhne Beförderungssperre wäre sie wohl noch im Mai 2025 befördert worden. Doch darum sei es ihr nicht gegangen, zumal sie als Mann inzwischen auch längst befördert worden wäre, beteuert ihr Anwalt aus Bonn. Ein „ironischer“ Spruch?„Nach dem Geschlechtswechsel ist meine Mandantin von sehr vielen Leuten angesprochen worden. Um nicht Höchstpersönliches ausbreiten zu müssen, hat sie mit einem lockeren, ironischen Spruch geantwortet, wonach sie es nur für die Beförderung gemacht habe“, sagte ihr Anwalt. Lesen Sie auchIn einer ersten Runde habe sich das Verwaltungsgericht auf die Seite seiner Mandantin gestellt und klargemacht, dass die Beförderungssperre rechtlich keinen Bestand haben dürfe, sagte Arnold. Doch die Behörde habe einfach eine neue Sperre erlassen. Dagegen sei man erneut vor Gericht gezogen. „Wir hoffen nun darauf, dass das Verwaltungsgericht dem Polizeipräsidium sagt, dass es so nicht geht.“ Erneute Änderung angekündigt?Ausgerechnet unter Polizeipräsidentin Miriam Brauns sehe sich seine Mandantin nun solchen Vorgängen ausgesetzt, kritisierte Arnold. Laut einem WDR-Bericht warf der Anwalt der Düsseldorfer Polizeispitze zudem eine „queerfeindliche Haltung“ vor. Seine Mandantin sei „damals in einem männlichen Körper geboren worden“, erklärte er. Sie identifiziere sich schon seit Jahren als Frau, der Wechsel des Geschlechts sei „nach reiflicher Überlegung“ geschehen.Die Düsseldorfer Polizeibehörde wies den Vorwurf zurück. In der Vergangenheit habe es bereits mehrere Fälle geben, in denen der Geschlechtseintrag geändert und akzeptiert worden sei, hieß es. In diesem Fall stelle sich die Sache aber anders dar. So soll die Kommissarin angekündigt haben, im Anschluss an ihre Beförderung ihr Geschlecht erneut ändern zu lassen, um als Mann heiraten zu können. Daraufhin habe die Behörde rechtliche Schritte eingeleitet.krott mit dpa
Beförderungssperre verhängt: Streit um Geschlechtswechsel – NRW-Polizei zeigt Kommissarin an - WELT
Ein Polizeibeamter lässt beim Standesamt sein Geschlecht ändern. Doch die Vorgesetzten in Düsseldorf haben einen Verdacht. Sie erstatten Anzeige und verhängen eine Beförderungssperre.






