PfadnavigationHomeRegionalesHamburgStaatsschutz ermitteltFrau reinigt Stolperstein und wird mutmaßlich antisemitisch attackiertVeröffentlicht am 10.11.2025Lesedauer: 2 MinutenZahlreiche Kerzen stehen neben Stolpersteinen in Hamburg (Symbolbild)Quelle: Georg Wendt/dpaAm Jahrestag der Pogrome von 1938 ist in Hamburg eine Frau beim Putzen eines Stolpersteins attackiert worden. Ein 71-Jähriger soll sich antisemitisch geäußert und die 63-Jährige beleidigt, geschlagen und gewürgt haben. Der Staatsschutz ermittelt.Am Jahrestag der Reichspogromnacht ist in Hamburg eine Frau beim Reinigen eines Stolpersteins offenbar aus antisemitischem Motiv heraus angegriffen worden. Der Vorfall ereignete sich am Sonntagnachmittag im Stadtteil Eidelstedt. Wie die Polizei am Montag mitteilte, wird gegen einen 71-jährigen kroatischen Staatsbürger wegen mutmaßlich antisemitisch motivierter Körperverletzung ermittelt. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts hat die Ermittlungen übernommen.Die 63-Jährige hatte anlässlich des Gedenkens an die gewaltsamen Übergriffe auf Juden und jüdische Einrichtungen im November 1938 einen Stolperstein an der Kieler Straße geputzt, als der Mann unvermittelt auf sie zukam. Nach bisherigen Erkenntnissen soll er die Kerze ausgepustet und weggeworfen haben und sich dabei antisemitisch geäußert haben. Es kam zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Mann der Frau ins Gesicht geschlagen und sie gewürgt haben soll.Lesen Sie auchAls sich der 71-Jährige entfernte, filmte die Frau ihn mit ihrem Handy. Daraufhin soll es zu einer weiteren körperlichen Auseinandersetzung gekommen sein, bei der der Mann ihr das Handy entriss.Eine zufällig vorbeifahrende Streifenwagenbesatzung wurde auf den Vorfall aufmerksam und griff ein. Die Beamten stellten die Personalien des Mannes fest und entließen ihn anschließend. Die Frau erlitt leichte Verletzungen und wurde vor Ort medizinisch versorgt.Der Angriff ereignete sich am Tag des 87. Jahrestags der Reichspogromnacht vom 9. November 1938, bei der in ganz Deutschland jüdische Einrichtungen zerstört und Menschen drangsaliert wurden. Das Reinigen von Stolpersteinen gilt als symbolische Geste des Erinnerns. Die zehn mal zehn Zentimeter großen Messingplatten erinnern vor früheren Wohnorten an Menschen, die in der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden. In Hamburg sind mehr als 7280 Stolpersteine verlegt.juve
Staatsschutz ermittelt: Frau reinigt Stolperstein und wird mutmaßlich antisemitisch attackiert - WELT
Am Jahrestag der Pogrome von 1938 ist in Hamburg eine Frau beim Putzen eines Stolpersteins attackiert worden. Ein 71-Jähriger soll sich antisemitisch geäußert und die 63-Jährige beleidigt, geschlagen und gewürgt haben. Der Staatsschutz ermittelt.






