PfadnavigationHomePanoramaDer „Babo“ aus OffenbachRapper „Haftbefehl“ statt Mozart? Schüler wollen „kulturelle DNA“ in ihrem UnterrichtVeröffentlicht am 01.11.2025Lesedauer: 2 MinutenPersönliche Interviews mit Haftbefehl und denen, die ihm nahestehen, enthüllen die Geschichte der Deutschrap-Ikone auf brutal ehrliche Weise.Da der Rapper Haftbefehl aus Offenbach kommt, fordert der Stadtschülerrat, dessen Leben und Musik im Unterricht zu behandeln. Er sei Teil der kulturellen DNA der Stadt. Das hessische Kultusministerium hat bereits reagiert.Die Musik und das Leben des Offenbacher Rappers „Haftbefehl“ sollten nach Ansicht des Stadtschüler*innenrates im Unterricht thematisiert werden. „‚Haftbefehl‘ ist kein Randphänomen – er ist Teil der kulturellen DNA unserer Stadt und unserer Generation“, sagte Luca Albert Dobrita, Stadtschulsprecher von Offenbach. Seine Sprache, sein Werdegang und seine Themen erzählten von der Realität, die viele junge Menschen täglich in der Stadt leben. Zuvor berichtete der Hessische Rundfunk. Beim hessischen Kultusministerium stieß der Vorstoß auf Ablehnung.„Weder die Texte des Rappers noch sein kontroverses Auftreten in der Öffentlichkeit stehen im Einklang mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag, den die Schulen erfüllen“, erklärte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage. Sowohl die Texte als auch die Lebensgeschichte des Rappers verdeutlichten „eine wiederholte Neigung zur Kriminalität bzw. eine ambivalente Distanzierung davon und sind somit keinesfalls geeignet, eine Vorbildfunktion für adoleszente Personen zu erfüllen“.Falls der Stadtschülerrat das Thema Hip-Hop oder Rap im deutschsprachigen Bereich im Unterricht aufgreifen wolle, gebe es viele andere Möglichkeiten und Beispiele.Lesen Sie auchDer Rat seinerseits forderte die „bewusste Auseinandersetzung mit seinem Werk und seinem Lebensweg im Unterricht – insbesondere in den Fächern Musik, Politik & Wirtschaft sowie Deutsch“. Sogar konkrete Vorschläge machten die Schülerinnen und Schüler auf der Webseite des Stadtschüler*innenrats:Im Musikunterricht: als Analyse moderner Rhythmik, Sprachrhythmus und Flow Im Deutschunterricht: zur Untersuchung von Sprachvariationen, Dialektik, Mehrsprachigkeit und gesellschaftlicher Ausdrucksform Im Politikunterricht: als Einstieg in Themen wie soziale Ungleichheit, Migration, Aufstiegschancen und IntegrationLesen Sie auch„Wenn Schule ein Ort der Lebensrealität sein soll, dann darf sie nicht nur Goethe lesen, sondern auch ‚Haftbefehl‘ hören“, sagte dazu Cengizhan Nas, stellvertretender Stadtschulsprecher. Bildung dürfe nicht ignorieren, wie Jugendliche wirklich sprechen, fühlen und denken. Und das täten sie nun mal nicht wie Goethe vor gut 200 Jahren.Neue Doku über Rapper „Haftbefehl“Die Forderung der Schüler kommt auch vor dem Hintergrund einer neuen Netflix-Dokumentation „Babo – Die Haftbefehl-Story“ über den Rapper Aykut Anhan, der sich „Haftbefehl“ nennt. Die Doku (WELT hatte berichtet) spannt einen Bogen vom Offenbacher Hochhausviertel Mainpark, in dem Anhan aufwächst, über seinen kometenhaften Aufstieg als Musiker bis hin zu psychischen Problemen und Drogenkonsum, die fast tödlich waren.dpa/jm
Offenbach: Schüler wollen Rapper Haftbefehl im Unterricht - WELT
Da der Rapper Haftbefehl aus Offenbach kommt, fordert der Stadtschülerrat, dessen Leben und Musik im Unterricht zu behandeln. Er sei Teil der kulturellen DNA der Stadt. Das hessische Kultusministerium hat bereits reagiert.








