PfadnavigationHomePolitikDeutschlandBundesbildungsministerin in Israel„Inakzeptabel“ – Prien rügt Beschäftigung von Hamas-Terrorist bei ZDF-ProduktionsfirmaVeröffentlicht am 31.10.2025Lesedauer: 3 MinutenDas ZDF hat eingeräumt, jahrelang mit einer Produktionsfirma zusammengearbeitet zu haben, die auch ein Hamas-Mitglied in ihren Reihen beschäftigte.„Eine Terrororganisation ist eine Terrororganisation“: Im Fall des Hamas-Funktionärs, der für eine ZDF-Produktionsfirma tätig war, erwartet Bildungsministerin Prien (CDU) Konsequenzen durch den Sender. Und sie kritisiert die Nahost-Berichterstattung deutscher Medien als „sehr einseitig“.Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat das ZDF dafür kritisiert, dass ein von der israelischen Armee getöteter Hamas-Funktionär im Gaza-Streifen für eine Produktionsfirma des öffentlich-rechtlichen Senders als freier technischer Mitarbeiter tätig war. Dies war am Dienstag bekannt geworden. Prien bezeichnete diese Beschäftigung im WELT-Podcast „Constantin Schreiber“ als „inakzeptabel“. Das Gespräch führte Schreiber im Rahmen einer Israel-Reise der Ministerin. „Berichterstattung oder technischer Mitarbeiter ist sicherlich noch mal eine Nuance anders, aber eine Terrororganisation ist eine Terrororganisation“, sagte Prien. Das gelte für alle Aufgaben der Arbeit. Sie erwarte „auch als Beitragszahler“ eine Beschäftigung des ZDF mit dem Fall und Vorkehrungen des Senders, dass dies nicht mehr vorkommen werde. Lesen Sie auchDie Christdemokratin erklärte zudem die Berichterstattung in deutschen Medien über Israel für nicht ausgewogen. Sie nehme die Berichte „sehr häufig als sehr einseitig“ wahr, sagte Prien. Prien traf in Israel auch Vertreter der Zivilgesellschaft. Über deren Leid werde in deutschen Medien nicht ausreichend berichtet, sagte sie. Die israelische Gesellschaft sei nach dem 7. Oktober 2023 stark traumatisiert. Dies zeige sich unter anderem darin, „dass jeder im Grunde jemanden hat, der entweder zu den Opfern oder zumindest aber zu den Reservisten gehört, die jetzt über zwei Jahre im Krieg waren“. Das „Elend der Palästinenser“ nehme sie wahr. „Natürlich sehe ich das“, so Prien. „Jedes Kind, das in einem Krieg zu Tode kommt, ist definitiv eines zu viel, und Verhältnismäßigkeit ist immer ein Thema im Krieg.“ Aber das dürfe nicht – „und das ist eben sehr häufig auch gerade im öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Fall gewesen“ – „zu einer latenten oder sogar ausgesprochenen Täter-Opfer-Umkehr“ führen. Was in Israel passiert ist, so Prien, sei in deutschen Medien wiederum zu wenig wahrgenommen und berichtet worden. Insgesamt, so Prien, habe „so gut wie gar keine“ unabhängige Berichterstattung aus dem Gaza-Streifen über den Krieg gegeben in den vergangenen Jahren. Man erlebe „neben diesem furchtbaren Krieg“ das Problem, dass man sich „in einer wahnsinnigen Propaganda-Schlacht“ befinde.„Haben viel zu viel Gewalt gegen Frauen“In der von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angestoßenen „Stadtbild“-Debatte mahnte die Ministerin zu einer differenzierten Diskussion. „Natürlich gibt es in Deutschland Viertel, in denen ich mir auch überlegen würde, ob ich nun alleine durch den Park gehe. Klar gibt es die. Und die gibt es auch in Berlin, und die gibt es auch anderswo“, sagte Prien. „Es gibt auf der anderen Seite aber auch genauso Städte und Viertel, in denen hätte ich diese Angst überhaupt nicht.“Lesen Sie auchMigration spiele zwar eine Rolle, aber nicht die einzige. „Wir haben Probleme mit Gruppen, die auf eine Art und Weise auftreten, wie das mit unseren Werten aus meiner Sicht nur schwer vereinbar ist“, sagte Prien. „Wir haben insgesamt viel zu viel Gewalt gegen Frauen, dagegen müssen wir was tun, und zwar mehr als bisher.“ Auch dies betreffe Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte. Mit Bezug auf offene Briefe an Bundeskanzler Merz oder Proteste vor der CDU-Parteizentrale kritisierte Prien eine „vollkommen überzogene Debatte, vollkommen absurde Debatte, die an den Problemen, die wir in unserem Land ohne jeden Zweifel haben, wirklich vorbeigeht“. Zuvor hatten mehr als 60 Frauen aus Kunst, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft den Kanzler in einem offenen Brief aufgefordert, sich verstärkt für die Sicherheit von Frauen einzusetzen. Zudem hatte Merz‘ Aufforderung, Menschen, die seinen „Stadtbild“-Vorstoß nicht verstehen, sollten ihre Töchter fragen, eine Demonstration vor dem Konrad-Adenauer-Haus zur Folge. cul