PfadnavigationHomePolitikAuslandGebrochene WaffenruheNach Hamas-Angriff auf Soldaten – Israel beschießt Ziele in Gaza, 26 ToteVeröffentlicht am 29.10.2025Lesedauer: 4 MinutenIsraels Premier Netanjahu hat sofortige Angriffe auf den Gaza-Streifen angeordnet. Zuvor soll die Hamas in Gaza das Feuer auf israelische Truppen eröffnet haben. Simon Wolfgang Fuchs, Professor für Nahoststudien, mit einer Einordnung.Israel wirft der Hamas einen Verstoß gegen die Waffenruhe im Gazastreifen vor. Die Armee nimmt Ziele in dem Küstengebiet unter Beschuss. Die Hamas betont einem Vermittler zufolge, sich dem Abkommen mit Israel „voll und ganz“ verpflichtet zu fühlen.Knapp drei Wochen nach Beginn einer Waffenruhe im Gaza-Krieg ist die Lage in dem weitgehend zerstörten Küstenstreifen erneut eskaliert. Die israelische Luftwaffe beschoss Medienberichten zufolge Ziele im Bereich der Stadt Gaza sowie an weiteren Orten. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes wurden in Gaza 26 Menschen getötet. Laut den örtlichen Gesundheitsbehörden starben darunter fünf Menschen in einem Haus im Flüchtlingslager Bureij im Zentrum des Gazastreifens, vier in einem Gebäude im Viertel Sabra in Gaza-Stadt und fünf weitere in einem Auto in Chan Junis. Die israelischen Luftangriffe hielten Augenzeugen zufolge bis zum frühen Mittwoch im gesamten Gazastreifen an. Ein israelischer Armeesprecher sagte, man prüfe den Bericht.Israel reagierte mit dem neuen Beschuss nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz auf einen Angriff der islamistischen Terrororganisation Hamas auf israelische Soldaten sowie auf Verzögerungen bei der vereinbarten Übergabe getöteter Geiseln. Die Hamas teilte mit, sie sei nicht für den Angriff auf die Soldaten verantwortlich. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Der israelische TV-Sender N12 hatte zuvor berichtet, bewaffnete Palästinenser hätten Soldaten in Rafah angegriffen, unter anderem mit einer Panzerfaust. Auch ein Scharfschütze sei an dem Angriff beteiligt gewesen. Laut palästinensischen Augenzeugen kam es anschließend zu Artilleriebeschuss mehrerer Gebiete im Bereich von Rafah.Lesen Sie auchDie Spannungen hatten sich zuletzt auch verschärft, nachdem die Hamas sterbliche Überreste einer getöteten Hamas-Geisel überstellt hatte, deren Leichnam schon vor zwei Jahren von der israelischen Armee im Gazastreifen teilweise geborgen worden war. Verteidigungsminister Katz drohte, die Hamas werde einen „hohen Preis zahlen für den Angriff auf israelische Soldaten in Gaza und für die Verletzung des Abkommens über die Rückgabe der getöteten Geiseln“. Mit dem Angriff habe die Hamas eine „rote Linie“ überschritten.Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wies die Armee nach Sicherheitskonsultationen an, sofort „intensive Angriffe“ im Gazastreifen auszuführen. Das Treffen mit den Sicherheitsspitzen sei einberufen worden, „um Israels Schritte als Reaktion auf die Verstöße zu besprechen“, nachdem die Hamas am Vorabend die sterblichen Überreste übergeben hatten.Hamas hatte sterbliche Überreste am Montag übergebenDie Hamas hatte den Sarg mit Teilen sterblicher Überreste am Montagabend im Gazastreifen an das Rote Kreuz übergeben. Auf israelischer Seite war der Eindruck entstanden, damit sei gemäß der Waffenruhevereinbarung die 16. getötete Geisel von der Hamas übergeben worden. Nach der Identifizierung durch die Gerichtsmedizin stellte sich jedoch heraus, dass es sich um weitere sterbliche Überreste von Ofir Tsarfati handelte, dessen Leichnam vor zwei Jahren teilweise geborgen und nach Israel gebracht worden war.