PfadnavigationHomeWissenschaftKlaus StöhrVirologe warnt wegen Vogelgrippe vor möglicher neuer PandemieVeröffentlicht am 29.10.2025Lesedauer: 2 MinutenDie Vogelgrippe breitet sich in Deutschland rasant aus. Bereits 400.000 Tiere wurden gekeult, der Schaden liegt im Millionenbereich. Besonders betroffen sind Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.Der Virologe Klaus Stöhr sieht im Vogelgrippe-Virus alle Voraussetzungen, um eine Pandemie auszulösen. Die Gefahr einer Übertragung und Anpassung an den Menschen sei „nicht zu unterschätzen“. Er spricht sich dafür aus, Vorsorge zu treffen.Angesichts der rasanten Ausbreitung der Vogelgrippe bei Tieren in Deutschland hat der Virologe Klaus Stöhr vor einer möglichen neuen Pandemie auch beim Menschen gewarnt. Prinzipiell habe das Vogelgrippe-Virus H5N1 alle Voraussetzungen, um eine Pandemie auszulösen, sagte der langjährige Leiter des Influenza-Programms der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem Interview mit der „Mitteldeutschen Zeitung“.Der Virologe sprach sich dafür aus, Vorsorge zu treffen. So sollten Impfstoffe entwickelt und die Pandemiepläne weltweit auf den neuesten Stand gebracht werden. Auch die Überwachung von Tierbeständen müsse verbessert werden.Bisher sei das Infektionsrisiko für Menschen extrem gering, sagte Stöhr der Zeitung. Allerdings sei das Virus inzwischen weltweit in Wildgeflügel verbreitet. „Damit gibt es jetzt unendlich mehr Möglichkeiten der Übertragung und Anpassung an den Menschen. Diese Gefahr ist nicht zu unterschätzen“, warnte der Experte.Lesen Sie auchDie Vogelgrippe hat sich in Deutschland in den vergangenen Wochen rasant ausgebreitet. Nach Angaben des für Tiergesundheit zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts wurden seit Anfang September 31 Ausbrüche in Tierhaltungsbetrieben registriert. Mehr als 500.000 Nutztiere mussten gekeult werden, zudem starben zahlreiche Wildvögel.Die hochansteckende Viruserkrankung wird vor allem durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln übertragen und betrifft damit auch die Geflügelhaltung. Fachleute warnen davor, kranke Tiere anzufassen. „Ganz wichtig: Die Tiere nicht anfassen und nicht selbst irgendwohin bringen. Bitte nicht zum Veterinäramt fahren, sondern dort anrufen und den Fund melden“, sagte der Vizepräsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, Martin Beer, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.Lesen Sie auchDie Behörden arbeiteten derzeit an der Belastungsgrenze, dennoch sollten Privatpersonen nicht eigenmächtig handeln, betonte der Virologe. „Die toten Kraniche sind mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit H5N1 infiziert und enthalten große Virusmengen.“ Für Menschen sei das Virus kaum gefährlich, aber sie könnten es weiter verbreiten.AFP/KNA/gub