PfadnavigationHomeRegionalesHamburgSchiffsunfallSchiff rammt Freihafenelbbrücke in Hamburg – Bauwerk gesperrtVeröffentlicht am 29.10.2025Lesedauer: 3 MinutenDie Freihafenelbbrücke in der Hafencity an der ElbeQuelle: Jonas Walzberg/dpaEin Binnenschiff ist mit seiner Ladung gegen die Hamburger Freihafenelbbrücke gestoßen. Es entsteht ein Sachschaden mit erheblichen Auswirkungen.Ein Binnenmotorschiff hat die Hamburger Freihafenelbbrücke gerammt und das Bauwerk beschädigt. Die Brücke sei vorläufig für Fahrzeuge und Fußgänger gesperrt, sagte eine Polizeisprecherin. Das Schiff hatte den Angaben zufolge Container geladen, die gegen die Brücke stießen. Die Ladung wurde ebenfalls beschädigt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Das Schiff wollte in Richtung des Peutehafens fahren, der stromaufwärts hinter der Brücke liegt. Die Unglücksursache ist unklar. Es gebe keine Hinweise darauf, dass der 35 Jahre alte Kapitän unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gestanden habe, hieß es.Lesen Sie auchDer Unfall geschah am Dienstag gegen 5.00 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt war die Flut nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt schon deutlich über den vorausberechneten Wert gestiegen. Die Durchfahrtshöhe unter der Brücke ist vom Wasserstand abhängig.Bauwerk fast 100 Jahre alt und sanierungsbedürftigDie fast 100 Jahre alte Freihafenelbbrücke führt parallel zu den Neuen Elbbrücken über die Norderelbe. Sie wurde 1926 gebaut, um im damaligen Freihafen eine eigene Elbquerung zu schaffen. Sie ist sanierungsbedürftig, eine Grundinstandsetzung wurde jedoch verschoben. Die Hamburg Hafenbehörde (HPA) hatte im September vergangenen Jahres die Überfahrt für Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht verboten. Damit soll die Belastung durch den Straßenverkehr verringert werden. Lesen Sie auchBereits Ende Januar 2022 war die Brücke bei einem Schiffsunfall beschädigt worden. Damals hatte ein betrunkener niederländischer Kapitän mit einem Baggerschiff namens Lemsterland das Bauwerk gerammt. Der Unfall ereignete sich am Abend des 29. Januar während einer schweren Sturmflut, verursacht durch Orkan „Nadia“. Der Kapitän hatte einen Blutalkoholwert von 1,5 Promille, auch sein Decksmann war alkoholisiert. Trotz der widrigen Wetterbedingungen legte das Schiff auf der Norderelbe ab und kollidierte kurz darauf mit der Hamburger Freihafenelbbrücke. Die Schute verkeilte sich unter der Brücke, das Führerhaus wurde erheblich beschädigt, und beide Männer mussten von Bord gerettet werden.Beim Aufprall stark beschädigtDie Brücke mit den prägnanten stählernen Fachwerkbögen aus dem Jahr 1926, die die Hafencity mit dem Stadtteil Veddel verbindet, wurde bei dem Aufprall stark beschädigt. Ein Querträger wurde deformiert, ein Längsträgeranschluss beschädigt, und Teile der markanten Stahlkonstruktion wurden komplett zerstört. Auch eine Gasleitung wurde in Mitleidenschaft gezogen. Der Sachschaden an der Brücke belief sich auf rund 460.000 Euro, am Schiff auf etwa 297.000 Euro. Die Bergungskosten lagen bei rund 22.000 Euro.Für die Reparatur musste die Brücke vier Monate lang für den Autoverkehr gesperrt werden. Die danebenliegende Bahnbrücke blieb jedoch intakt und weiterhin nutzbar. Der Kapitän wurde später vom Amtsgericht Hamburg wegen vorsätzlicher Gefährdung des Schiffsverkehrs zu einer Geldstrafe von 2700 Euro verurteilt.dfe, dpa