PfadnavigationHomePolitikDeutschlandWehrpflicht per Los„Er scholzt“ – Grünen-Chefin Brantner wirft Merz Führungsschwäche vorVeröffentlicht am 25.10.2025Lesedauer: 2 MinutenFranziska Brantner, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen am Samstag in ErfurtQuelle: Heiko Rebsch/dpaWehrpflicht, Taurus-Lieferungen, Bürgergeld: Kanzler Friedrich Merz agiert bei schwierigen politischen Fragen nach Ansicht der Grünen-Vorsitzenden wie sein Vorgänger Olaf Scholz. Die Koalition aus Union und SPD sei bereits jetzt zerstrittener als die Ampel, findet Franziska Brantner.Grünen-Bundesvorsitzende Franziska Brantner wirft den Spitzen von CDU und SPD Führungsschwäche vor. „Wenn Männer keine unliebsamen Entscheidungen treffen wollen, dann landet man beim Los“, sagte Brantner in Erfurt während eines Parteitages des Thüringer Landesverbandes ihrer Partei. Dass CDU und SPD im Bund zuletzt erwogen hatten, per Los darüber zu entscheiden, wer zum Dienst bei der Bundeswehr geschickt werden soll, sei ein Ausdruck von Führungsschwäche unter anderem von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Nicht nur bei der von ihm als Oppositionsführer immer wieder geforderten Lieferung von deutschen Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine handele er als Regierungschef deutlich zu zögerlich. „Er ist Kanzler und er scholzt“, sagte Brantner – eine Anspielung Ex-Kanzler Olaf Scholz (SPD), dem während seiner Zeit als Bundeskanzler immer wieder vorgeworfen wurde, wichtige Entscheidungen zu verschleppen.Lesen Sie auchGleiches gelte für Merz’ Umgang etwa mit der Haushaltspolitik, sagte Brantner. Zum Beispiel werde für die Unterstützung der Ukraine unter Merz längst nicht so viel Geld zur Verfügung gestellt, wie es nach Ansicht der Grünen nötig sei.Brantner: Schwarz-Rot schon jetzt zerstrittener als die AmpelVertreter von CDU und SPD hatten sich vor wenigen Tagen zunächst darauf geeinigt, der Bundeswehr junge Männer zum Dienst zulosen zu wollen, sollte es in einem Jahr nicht ausreichend Freiwillige geben. Nur kurz darauf platzte die Einigung am Widerstand aus der SPD-Fraktion, die mit einer Wiedereinführung der Wehrpflicht grundsätzlich hadert. Die Debatte zeige, dass Schwarz-Rot nach nicht einmal einem Jahr gemeinsamer Regierungszeit schon zerstrittener sei als die zuvor regierende Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP am Ende der vergangenen Legislaturperiode, sagte Brantner. Auch beim Bürgergeld sei eine tiefe Zerstrittenheit zwischen Union und Sozialdemokraten sichtbar geworden. Inzwischen hat sich die Koalition auf eine Reform geeinigt.dpa/sebe