PfadnavigationHomeNewstickerDPAInfolinePanoramaSOS-Kinderdorf-Gründer Gmeiner unter MissbrauchsverdachtVeröffentlicht am 23.10.2025Lesedauer: 3 MinutenDie Organisation schließt nicht aus, dass zusätzliche Fälle ans Licht kommen. (Archivbild)Quelle: Dpa Porträtdienst/dpaSeit Wochen wird die Hilfsorganisation in Österreich von Vorwürfen erschüttert. Nun steht der verstorbene Gründer im Fokus. SOS-Kinderdorf spricht von glaubwürdigen Anschuldigungen.Der Gründer der weltweiten Hilfsorganisation SOS-Kinderdorf, Hermann Gmeiner, steht unter Missbrauchsverdacht. Gegen den 1986 verstorbenen Österreicher lägen glaubhafte Vorwürfe zu sexuellen und physischen Übergriffen vor, sagte eine Sprecherin von SOS-Kinderdorf Österreich der Deutschen Presse-Agentur.Die Anschuldigungen gegen den Pädagogen betreffen acht männliche ehemalige Kinder und Jugendliche an vier Kinderdorf-Standorten in Österreich. Die Übergriffe sollen zwischen den 1950er und den 1980er Jahren verübt worden sein, hieß es in einer Stellungnahme der Organisation in Innsbruck. Es sei «nicht auszuschließen», dass im Zuge der Aufarbeitung weitere Fälle auftauchen, sagte die Sprecherin.Die internationale Dachorganisation der SOS-Kinderdörfer drückte den Betroffenen ihr tiefstes Mitgefühl aus. «Ich persönlich verurteile Hermann Gmeiner und sein verabscheuungswürdiges Verhalten ohne Wenn und Aber», sagte Domenico Parisi, Aufsichtsratsvorsitzender von SOS Children’s Villages International.Vorwürfe seit Jahren intern bekanntDie Anschuldigungen gegen Gmeiner waren innerhalb der Organisation schon seit Jahren bekannt, wurden aber erst jetzt im Zuge einer laufenden Aufarbeitung von möglichen Übergriffen von SOS-Kinderdorf-Mitarbeitern öffentlich gemacht. «Niemand steht über dem Prinzip der Verantwortung, auch nicht Gründerfiguren», sagte Annemarie Schlack, Geschäftsführerin von SOS-Kinderdorf Österreich, in einer Stellungnahme.Laut der Organisation hatten sich Gmeiners mutmaßliche Opfer zwischen 2013 und 2023 gemeldet und in dieser Zeit auch Opferschutzverfahren durchlaufen. Die Betroffenen hätten Entschädigungszahlungen und Therapien erhalten, hieß es. Die mutmaßlichen Vorfälle seien zwar nicht durch Gerichtsurteile belegt, aber durch glaubhafte und plausible Schilderungen, sagte die Sprecherin.Reformkommission: Vorsitzende sieht «Super-Gau»Ausgehend von einem Bericht der Wiener Wochenzeitung «Falter» waren in den vergangenen Wochen eine Reihe von mutmaßlichen Übergriffen von Kinderdorf-Mitarbeitern aus der jüngeren Vergangenheit publik geworden. Seitdem hat die Organisation einen «Neustart» angekündigt. Weiters wurde eine externe Kommission eingerichtet, um Missstände und strukturelle Probleme aufzuarbeiten.
SOS-Kinderdorf-Gründer Gmeiner unter Missbrauchsverdacht - WELT
Seit Wochen wird die Hilfsorganisation in Österreich von Vorwürfen erschüttert. Nun steht der verstorbene Gründer im Fokus. SOS-Kinderdorf spricht von glaubwürdigen Anschuldigungen.






