PfadnavigationHomePolitikAuslandNahostTrump stellt Hamas Geisel-Ultimatum – „Mal sehen, was sie in den nächsten 48 Stunden tun“Veröffentlicht am 25.10.2025Lesedauer: 8 MinutenPolitikwissenschaftler Daniel Schueftan analysiert die brüchige Waffenruhe zwischen Israel und Hamas. Er warnt sieht die Radikalisierung im Gaza-Streifen als Gefahr für die gesamte Region. „Das ist das Schlechteste, was der arabischen Welt passiert ist“, sagt der Professor der Universität Haifa bei WELT TV.Donald Trump richtete am Samstag neue Drohungen an die Hamas. Sie halte 13 Leichen israelischer Geiseln bewusst zurück, so der US-Präsident. Er werde die Aktionen der Hamas in den nächsten 48 Stunden „sehr genau beobachten“. Alle Entwicklungen im Liveticker.Seit dem 10. Oktober gilt eine Waffenruhe im Krieg zwischen Israel und der islamistischen Hamas. Obwohl die Terrororganisation laut Vereinbarung alle toten Geiseln übergeben muss, befinden sich immer noch Leichen im Gaza-Streifen. Eine Entwaffnung der Hamas steht weiter aus.Dieser Liveticker ist beendet. Die letzten Ereignisse im Nahost-Krieg lesen Sie hier im Protokoll:22:39 Uhr – Libanon meldet drei Tote bei israelischen AngriffenBei israelischen Angriffen im Libanon sind nach Angaben der libanesischen Behörden drei Menschen getötet worden. Die israelische Armee erklärte, sie habe im Süden und Osten des Landes zwei Mitglieder der proiranischen Hisbollah getötet. Trotz der seit November geltenden Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah wurden damit seit Donnerstag elf Menschen bei israelischen Luftangriffen im Libanon getötet.Die im Südlibanon stationierte UN-Mission (Unifil) teilte unterdessen mit, eine israelische Drohne habe sich einer ihrer Patrouillen genähert und eine Granate abgeworfen. Wenige Augenblicke später habe ein israelischer Panzer „in Richtung der Blauhelmsoldaten geschossen“, hieß es weiter. Angaben zu Opfern machte die UN-Mission nicht.18:23 Uhr – Bildungsministerin Prien reist nach IsraelBundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) reist am Montag zu einem dreitägigen Besuch nach Israel. Im Fokus der Reise stehen der deutsch-israelische Jugendaustausch, internationale Freiwilligendienste und die Erinnerungskultur, wie das Ministerium mitteilte. Prien will sich auch über Strategien zur Stärkung des Generationenzusammenhalts informieren. Geplant sind außerdem bilaterale Gespräche mit Israels Bildungsminister Joav Kisch und Außenminister Gideon Saar. Auf dem Programm steht am Montag unter anderem der Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Prien ist die erste Bundesministerin mit jüdischen Wurzeln.16:49 Uhr – Palästinenserpräsident Abbas ebnet Weg für NachfolgeregelungDer palästinensische Präsident Mahmud Abbas, 89, hat den Weg für eine Nachfolgeregelung im Falle seiner Amtsunfähigkeit geebnet. Mit einem Erlass im Verfassungsrang bestimmte Abbas, dass sein Vize Hussein al-Scheich in diesem Fall seine Funktion an der Spitze der palästinensischen Autonomieverwaltung übernehmen würde, berichtete die amtliche palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Mit Amtsunfähigkeit kann der Tod oder eine Krankheit gemeint sein, die den Präsidenten an der Ausübung seines Amtes dauerhaft hindert.14:29 Uhr – Netanjahu-Puppe in Türkei an Kran aufgehängt – Israel empörtEine Puppe in der Türkei, die den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Galgen darstellen soll, hat für Aufregung gesorgt. Auf Bildern der regierungsnahen Zeitung „Yeni Safak“ war eine Puppe zu sehen, die in der Schwarzmeerstadt Trabzon an einem Kran aufgehängt wurde. Darüber steht auf einem Plakat: „Todesstrafe für Netanjahu“. Aus dem Artikel ging nicht hervor, von wem die Aktion initiiert wurde. Das israelische Außenministerium schrieb in einem Post, ein türkischer Akademiker habe die Puppe erstellt, „stolz unterstützt von einem staatlichen Unternehmen“. Auf Anfrage erklärte eine Sprecherin des Ministeriums in Jerusalem, es handele sich um die Universität in Trabzon, die staatlich ist. „Die türkischen Behörden haben sich von diesem beschämenden Verhalten nicht distanziert“, hieß es in dem Post des Außenministeriums weiter. „In Erdogans Türkei wird Hass und Antisemitismus nicht verurteilt – sondern gefeiert.“14:22 Uhr – Israel will selbst über internationale Truppen im Gazastreifen bestimmenIsrael will die ausländischen Truppen als Teil einer geplanten internationalen Friedenstruppe im Gazastreifen selbst auswählen. Die Truppe ist Teil des Plans von US-Präsident Donald Trump zur Beendigung des Krieges in dem Küstenstreifen. „Wir haben die Kontrolle über unsere Sicherheit, und wir haben auch in Bezug auf internationale Streitkräfte klargestellt, dass Israel bestimmen wird, welche Kräfte für uns inakzeptabel sind“, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Sonntag bei einer Kabinettssitzung. Dies sei auch für die USA akzeptabel. Er betonte, Israel sei ein unabhängiges Land. Die amerikanische Regierung kontrolliere ihn nicht und diktiere nicht die israelische Sicherheitspolitik. Es ist unklar, ob arabische oder andere Staaten bereit sein werden, Truppen zu entsenden. Die US-Regierung hat ausgeschlossen, eigene Soldaten in den Gazastreifen zu schicken und will, dass arabische Staaten Gelder und Truppen beisteuern. Die Truppe könnte sich aus Soldaten aus Ägypten, Indonesien und den arabischen Golfstaaten zusammensetzen. US-Außenminister Marco Rubio sagte am Freitag bei einem Besuch in Israel, die internationale Truppe müsse aus „Ländern bestehen, mit denen Israel einverstanden ist“. Netanjahu hatte vergangene Woche angedeutet, dass er eine Beteiligung türkischer Sicherheitskräfte ablehnen würde. 12:54 Uhr – Rubio: Austausch zwischen Gaza-Vermittlern verhinderte wohl AnschlagDer Austausch zwischen Israel, den USA und anderen Vermittlern im Gaza-Krieg hat nach Angaben von US-Außenminister Marco Rubio einen möglichen Anschlag verhindert. Die Weitergabe von Informationen habe dazu beigetragen, eine Bedrohung am vergangenen Wochenende zu identifizieren, sagte er am Samstag. Das US-Außenministerium hatte bereits vor einer Woche von „glaubwürdigen Berichten“ gesprochen, dass die Hamas die mit Israel vereinbarte Waffenruhe mit einem Angriff auf palästinensische Zivilisten im Gazastreifen verletzen könnte. „Wir haben über das Außenministerium eine Nachricht verschickt, auch an unsere Vermittler, über einen bevorstehenden Angriff - und er ist nicht passiert“, sagte Rubio. Ziel sei es, Gefahren zu erkennen, bevor sie sich verwirklichten. 04:30 Uhr – Hamas will wohl künftig in Gaza mitregierenTrumps Friedensplan sieht neben der Entwaffnung der Hamas auch deren Ausschluss von einer politischen Teilhabe im Gazastreifen vor. Darauf wollen sich die Islamisten dem „Wall Street Journal“ zufolge jedoch nicht einlassen. Führende Hamas-Vertreter hätten in den vergangenen Tagen den arabischen Vermittlern in Kairo mitgeteilt, dass ihre Organisation nicht ausgelöscht werden könne und dass sie erwarte, im Gazastreifen auch künftig eine Rolle in einer Nachkriegsregierung zu spielen, hieß es unter Berufung auf die Vermittler.02:51 Uhr – Rubio will UN-Resolution für Stabilisierungstruppe in Gaza einreichenUS-Außenminister Marco Rubio sagte vor seiner Abreise aus Israel nach Katar, mehrere Länder seien daran interessiert, sich einer internationalen Stabilisierungstruppe anzuschließen, die in Gaza stationiert werden soll. „Viele der Länder, die sich daran beteiligen wollen, können dies ohne ein offizielles Mandat nicht tun“, sagte er. Die USA würden eine UN-Resolution zur Unterstützung der Truppe fordern, damit mehr Nationen teilnehmen können, sagte er und fügte hinzu, dass die USA mit Katar, Ägypten und der Türkei gesprochen hätten und auch Indonesien und Aserbaidschans interessiert seien.02:38 Uhr – Israel bestätigt Tötung eines ranghohen Hisbollah-KommandeursDas libanesische Gesundheitsministerium teilte mit, dass bei zwei israelischen Angriffen auf den Süden des Landes zwei Menschen getötet und ein weiterer verletzt worden seien. In einer Erklärung führt das Ministerium einen Todesfall auf einen „Angriff eines israelischen Feindes auf ein Auto in Harouf, Bezirk Nabatiyeh“ zurück. Die israelische Armee bestätigt einen Drohnenangriff im Südlibanon nahe Harouf. Dabei sei ein Kommandeur der Eliteeinheit Radwan der Hisbollah, Zayn al-Abidin Hussein Fatouni, getötet worden. Die israelische Armee erklärte, er sei am Wiederaufbau der Hisbollah-Infrastruktur im Südlibanon beteiligt gewesen.01:20 Uhr – Hamas weitet Suche nach Leichen ausNach Trumps Drohung versprach ein hochrangiger Hamas-Vertreter, die Suche nach den übrigen Geiseln auszuweiten. Der öffentlich-rechtliche Sender Kan berichtete, Khalil al-Hayya, der Chefunterhändler der Terrorgruppe, habe erklärt, Suchtrupps würden in neue Gebiete Gazas vordringen, um die Leichen der Geiseln zu finden. Er sagte, die Hamas wolle Israel keinen Vorwand für eine Wiederaufnahme des Krieges bieten.Samstag, 25. Oktober:22:50 Uhr – „Sonst werden die anderen an diesem großen Frieden beteiligten Länder Maßnahmen ergreifen“ Die Hamas müsse „schnell“ wieder mit der Übergabe der Leichen an Israel beginnen, sonst werde sie mit Konsequenzen rechnen müssen, drohte US-Präsident Donald. Trump: „Die Hamas muss schnell mit der Rückgabe der Leichen der verstorbenen Geiseln beginnen, darunter zwei Amerikaner, sonst werden die anderen an diesem GROSSEN FRIEDEN beteiligten Länder Maßnahmen ergreifen. Einige der Leichen sind schwer zu erreichen, andere können sie jetzt zurückgeben, was aus irgendeinem Grund nicht stattfindet. Vielleicht liegt es an ihrer Entwaffnung, aber wenn ich sagte: ‚Beide Seiten werden fair behandelt‘, dann gilt das nur, wenn sie ihren Verpflichtungen nachkommen. Mal sehen, was sie in den nächsten 48 Stunden tun. Ich beobachte das sehr genau.“22:44 Uhr – Demonstrationen in israelischen StädtenIn Israel haben am Abend Zehntausende für die Rückgabe der 13 toten Geiseln demonstriert, die sich noch immer im Gazastreifen befinden. In Tel Aviv, Haifa, Jerusalem und weiteren Orten haben die Menschen auch gegen die rechtsreligiöse Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu protestiert, meldete die Zeitung „Haaretz“. Die größte Kundgebung fand im Zentrum von Tel Aviv statt. Die Veranstalter, das Forum der Geisel-Angehörigen, sprach von Zehntausenden Teilnehmern. Die Mutter des kürzlich freigelassenen Soldaten Matan Angrest berichtete nach Angaben des „Forums der Geisel-Familien“ in einer Rede von den Narben ihres Sohnes, deren Anblick sie nur schwer ertragen könne. Er erzähle ihr immer noch nicht alles, was er in Geiselhaft durchgemacht habe. Anat Angrest betonte außerdem: „Wir werden nicht ruhen, bis alle zurück sind, bis zur letzten Geisel.“20:26 Uhr – Treffen an Bord der Air Force One Donald Trump traf sich an Bord der Air Force One mit Katars Emir Tamim bin Hamad Al-Thani und Premierminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, die als Vermittler in Nahost fungieren. Katar werde bei Bedarf Truppen zur geplanten Stabilisierungstruppe im Gaza-Streifen entsenden. Er lobte den Golfstaat als Verbündeten und Schlüsselakteur für die regionale Stabilität.20:14 Uhr – Ägyptisches Team hilft bei Suche nach LeichenUm bei der Suche und Bergung der restlichen 13 getöteten Geiseln zu helfen, ist ein ägyptisches Team in den Gazastreifen eingedrungen, gab das israelische Verteidigungsministerium bekannt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe das genehmigt. Dem ägyptischen Team wurden Informationen sowohl von Israel als auch von der Hamas über den Aufenthaltsort der toten Geiseln zur Verfügung gestellt, um die Suche zu erleichtern, berichtete Channel 12.AP/AFP/dpa/fro/coh