PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungChips und Seltene ErdenDie Abhängigkeit von China bedroht unseren WohlstandVeröffentlicht am 24.10.2025Lesedauer: 3 MinutenWELT-Chefökonomin Dorothea SiemsQuelle: Claudius Pflug/WELTDeutschlands Industrie hängt an Rohstoffen aus China. Weder Windräder noch Militärgüter können ohne Seltene Erden produziert werden. Und Peking nutzt seine Monopolstellung immer brutaler. Die jüngsten Exportbeschränkungen bei Chips schaden unserer Autoindustrie.Wenn von Handelskriegern die Rede ist, denken die Deutschen an Donald Trump. Denn der US-Präsident fügt mit seiner aggressiven Zollpolitik der Weltwirtschaft schweren Schaden zu. Doch die Chinesen demontieren viel perfider das multilaterale Regelsystem. Und die Methoden Pekings sind für Deutschland und die gesamte EU weitaus destruktiver als Trumps Zollfuror.Das kommunistische Riesenreich besitzt auf vielen Feldern inzwischen eine Monopolstellung und nutzt diese immer brutaler aus. Ob wichtige Medikamente, Halbleiter oder Seltene Erden – Peking hat in sensiblen Bereichen die Macht, enormen Schaden anzurichten. Jüngstes Beispiel ist die hiesige Autoindustrie, die auf spezielle Halbleiter der Firma Nexperia angewiesen ist. Diese Chips werden zwar in den Niederlanden hergestellt, aber in China in die Gehäuse verbaut. Weil Peking jetzt bei diesen Produkten eine Exportbeschränkung angekündigt hat, drohen demnächst die Bänder der hiesigen Autoindustrie stillzustehen. Die von VW schon vor dieser neuerlichen Hiobsbotschaft geplante Kurzarbeit in Wolfsburg könnte bald die gesamte Branche betreffen. Und es geht nicht nur um diese Schlüsselindustrie. Denn das kommunistische Regime setzt auch Chinas Monopolstellung bei Seltenen Erden als Waffe ein, um Handelspartner unter Druck zu setzen. Weil Peking hier ebenfalls Exportbeschränkungen beschlossen hat, fürchten hiesige Unternehmenschefs die Folgen. Aus der Volksrepublik stammen 90 Prozent der weltweit verarbeiteten Seltenen Erden. Dabei handelt es sich um 17 Elemente, die für moderne Technologien unverzichtbar sind. Lesen Sie auchWeder Smartphones noch Elektroautos, Windräder oder viele Arten von Medizin- oder Militärtechnik sind ohne diese Rohstoffe herstellbar. Die Seltenen Erden kommen zwar weltweit vor, aber die Chinesen haben sich über Jahrzehnte die Quellen in vielen Ländern gesichert. Jetzt sind sie in der Lage, diesen strategischen Vorteil auszuspielen. Volksrepublik verstößt gegen die Regeln des Fair PlayDass sich die deutsche Wirtschaft heute in dieser prekären Lage befindet, hat sie selbst verschuldet. Unternehmenschefs haben über Jahre Warnungen in den Wind geschlagen, dass ihre große Abhängigkeit von China ihnen eines Tages zum Verhängnis werden könnte. US-Präsident Trump hatte schon in seiner ersten Amtszeit die Volksrepublik an den Pranger gestellt – zu Recht, wie sich heute zeigt. Denn die Volksrepublik verstößt in vielfältiger Weise gegen die internationalen Regeln des Fair Play. Und so ist es eine schlechte Nachricht, dass ausgerechnet China die USA abgelöst hat als Deutschlands wichtigster Handelspartner. Denn die Produkte aus Fernost überschwemmen den hiesigen Markt, während umgekehrt der Marktzugang für hiesige Exportunternehmen in China immer schwieriger wird, weil das Land mittlerweile Produkte wie Maschinen und Autos selbst herstellt. Lesen Sie auchDeutschland muss seine einseitige Abhängigkeit von der Volksrepublik reduzieren. Eine größere Lagerhaltung bei sensiblen Produkten und vor allem der Ausbau alternativer Handelsbeziehungen sind dringlicher denn je. Nicht nur die Bundesregierung und die EU-Kommission, sondern auch die Unternehmen müssen China als die Bedrohung erkennen, die das Land für die Weltwirtschaft darstellt. Auch deshalb bleibt die – zugegeben schwierige – Partnerschaft mit den USA unverzichtbar.
Chips und Seltene Erden: Die Abhängigkeit von China bedroht unseren Wohlstand - WELT
Deutschlands Industrie hängt an Rohstoffen aus China. Weder Windräder noch Militärgüter können ohne Seltene Erden produziert werden. Und Peking nutzt seine Monopolstellung immer brutaler. Die jüngsten Exportbeschränkungen bei Chips schaden unserer Autoindustrie.











