PfadnavigationHomePolitikDeutschlandAusreise erlaubtJunge Ukrainer flüchten nach Deutschland – deutlich mehr als tausend pro WocheVeröffentlicht am 22.10.2025Lesedauer: 3 MinutenDie Zahl der in Deutschland schutzsuchenden Ukrainer ist zuletzt deutlich von 100 auf 1000 Personen pro Woche gestiegen. Grund ist die Aufhebung des Ausreiseverbots für wehrfähige ukrainische Männer zwischen 18 und 22 Jahren.Die Zahl der Ukrainer, die nach Deutschland fliehen, nimmt wieder zu. Vor allem junge Männer kommen ins Land, seitdem die Regierung den 18- bis 22-Jährigen wieder erlaubt hat, das Land zu verlassen. Polen kürzt bereits Sozialleistungen, doch in Deutschland steckt dieses Vorhaben noch fest.Nach der Lockerung der Ausreisebestimmungen kommen deutlich mehr junge Männer aus der Ukraine nach Deutschland. Wie das Bundesinnenministerium am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, stieg die Zahl der eingereisten jungen Ukrainer im Alter von 18 bis 22 Jahren von 19 pro Woche Mitte August auf über tausend Mitte September an. Im Oktober wuchsen die Zahlen demnach noch weiter: Hier waren es zuletzt zwischen 1400 und fast 1800 pro Woche.Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine durften Männer im Alter von 18 bis 60 Jahren das Land nur mit einer Erlaubnis verlassen, um einer möglichen Einziehung zur Armee nicht zu entgehen. Ende August lockerte die ukrainische Regierung aber ihre Ausreiseregelungen: Männer zwischen 18 und 22 Jahren dürfen nun wieder das Land verlassen. Eingezogen werden junge Männer derzeit ab dem Alter von 25 Jahren.„Aktuell wird die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass es sich um eine erste Phase erhöhter Migration nach dem Inkrafttreten der im Sommer seitens der Ukraine beschlossenen Regelung handelt und die Zahl der schutzbegehrenden jungen Männer wieder abnehmen kann“, heißt es dazu aus dem Bundesinnenministerium.Lesen Sie auchWie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums mitteilte, lebten Mitte Oktober rund 1,26 Millionen Ukrainer in Deutschland, die seit dem 24. Februar 2022 eingereist sind. Ein Jahr zuvor lebten rund 1,18 Millionen ukrainische Kriegsflüchtlinge in der Bundesrepublik. Von den insgesamt 1.302.031 Ukrainern und vormals in der Ukraine lebenden Ausländern, die sich am 18. Oktober in Deutschland aufhielten und im Zusammenhang mit dem Krieg eingereist sind, sind 551.584 männlich.Einen Asylantrag müssen Flüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland und anderen Staaten der Europäischen Union nicht stellen, weil sie nach der sogenannten Massenzustrom-Richtlinie Aufnahme finden. Anders als Asylbewerber aus Syrien, Afghanistan oder anderen Staaten erhalten Ukrainer eine Aufenthaltserlaubnis, die einen sofortigen Zugang zum Arbeitsmarkt und zu Sozialleistungen erlaubt. Eine Verlängerung des vorübergehenden Schutzes bis zum 4. März 2027 ist auf EU-Ebene bereits beschlossen.Ukrainer erhalten Zugang zum BürgergeldUnion und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag miteinander vereinbart, dass ab dem 1. April dieses Jahres neu ankommende Flüchtlinge aus der Ukraine kein Bürgergeld mehr erhalten, sondern in das Asylbewerberleistungsgesetz fallen sollen, wenn sie ihren Lebensunterhalt durch Einkommen und Vermögen nicht selbst decken können. Doch ein Gesetzentwurf liegt bislang nicht vor, das Vorhaben befindet sich laut dem SPD-geführten Bundesarbeitsministerium noch in der regierungsinternen Abstimmung.Lesen Sie auchSachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) mahnte kürzlich eine rasche Umsetzung der geplanten Neuregelung an. Zeitdruck sieht er hier auch, weil in Polen unlängst das Aufenthaltsrecht für Ukrainer verschärft wurde. Künftig sollen sie Sozialleistungen wie Kindergeld nur noch dann erhalten, wenn sie in Polen arbeiten und Steuern zahlen.Obwohl ihr Aufenthalt in Deutschland durch die EU-Richtlinie mindestens bis März 2027 gesichert ist, entscheiden sich einige Ukrainer, hierzulande einen Asylantrag zu stellen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres gingen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 588 Asylerstanträge ukrainischer Staatsangehöriger ein. Im Vorjahreszeitraum hatten 805 Ukrainer erstmals in Deutschland einen Asylantrag gestelltAFP/dpa/sebe