PfadnavigationHomePolitikDeutschlandWegen wachsender Vorschriften325.000 neue Jobs durch Bürokratie – Studie zeigt massiven Personalaufbau in UnternehmenVeröffentlicht am 21.10.2025Lesedauer: 2 MinutenDer Verwaltungsaufwand zwingt Unternehmen zum PersonalaufbauQuelle: Arne Dedert/dpa325.000 neue Stellen wurden seit 2022 geschaffen, um Bürokratie zu stemmen. Doch laut IAB beklagen viele Unternehmen durch die wachsenden Vorschriften steigende Kosten und sinkende Innovationskraft – die DSGVO gilt als Hauptproblem.Der zunehmende bürokratische Aufwand in Deutschland sorgt für eine wachsende Zahl neuer Jobs. Nach einer aktuellen Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) haben Unternehmen seit dem Jahr 2022 rund 325.000 zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt, um gesetzliche Vorgaben und Dokumentationspflichten zu erfüllen. Wie das IAB mitteilt, bewerten aktuell 14 Prozent der Betriebe ihre bürokratische Belastung als „sehr hoch“. Im Jahr 2022 lag dieser Wert noch bei vier Prozent. Jeder zehnte Betrieb gab an, seitdem zusätzliches Personal für die Bewältigung der Vorschriften eingestellt zu haben.Lesen Sie auchBesonders betroffen sind laut Studie große und mittelgroße Unternehmen: Je 30 Prozent der Betriebe mit 50 bis 249 Beschäftigten sowie der Großbetriebe mit mindestens 250 Beschäftigten stockten demnach ihre Verwaltungsstellen auf. Bei kleinen Betrieben mit zehn bis 49 Beschäftigten lag der Anteil bei 16 Prozent, bei Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten bei sieben Prozent.Auch bestimmte Branchen verzeichnen deutlich höhere Belastungen. So meldeten 20 Prozent der Betriebe im Bereich Energieversorgung und 19 Prozent der öffentlichen Verwaltung, dass sie infolge gestiegener Bürokratie mehr Personal eingestellt haben.Doch die zunehmenden Anforderungen führen nicht nur zu mehr Beschäftigung, sondern auch zu Belastungen: Laut IAB-Forscher André Diegmann beklagen 80 Prozent der Betriebe höhere Kosten durch gestiegene Bürokratie. Bei 55 Prozent der Unternehmen wirkt sich dies negativ auf die Produktivität aus. 19 Prozent geben Wettbewerbsnachteile an, 16 Prozent sehen in der Bürokratielast eine Innovationshürde.Lesen Sie auchAls größte bürokratische Herausforderung wurde die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) genannt – zwei Drittel der befragten Betriebe sahen hier eine besonders hohe Belastung. Es folgten mit deutlichem Abstand die EU-Vorgaben zur IT-Sicherheit (32 Prozent) sowie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (14 Prozent).Eine mögliche Reformidee äußerte IAB-Forscher Alexander Kubis: „Eine sinnvolle Möglichkeit wäre es, zukünftige Gesetze und Verordnungen zunächst befristet einzusetzen und mit einem ergebnisoffenen Prüfauftrag zu verbinden.“ „Mit diesem Verfallsdatum könnte die Politik auf Basis dieser Ergebnisse die weitere Gültigkeit oder Ausgestaltung der Regelungen anpassen“, sagte Kubis weiter.ceb
Wegen wachsender Vorschriften: 325.000 neue Jobs durch Bürokratie – Studie zeigt massiven Personalaufbau in Unternehmen - WELT
325.000 neue Stellen wurden seit 2022 geschaffen, um Bürokratie zu stemmen. Doch laut IAB beklagen viele Unternehmen durch die wachsenden Vorschriften steigende Kosten und sinkende Innovationskraft – die DSGVO gilt als Hauptproblem.






