PfadnavigationHomePolitikDeutschlandStuttgart„Das wird Markus Söder nicht gerne hören“ – Merz lobt SüdwestenVeröffentlicht am 21.10.2025Lesedauer: 2 MinutenMinisterpräsident Winfried Kretschmann (l.) überreicht Bundeskanzler Merz einen Globus zu seinem AntrittsbesuchQuelle: Marijan Murat/dpaErstmals seit seiner Wahl zum Bundeskanzler hat Friedrich Merz Baden-Württemberg besucht. Dort nahm er an einer Sitzung des grün-schwarzen Kabinetts teil und lobte die Industrie und Innovationsfreude des Landes – auch im Vergleich zum CSU-regierten Bayern.Bei seinem offiziellen Antrittsbesuch im Südwesten als Kanzler hat Friedrich Merz die Wirtschaftskraft Baden-Württembergs gelobt – insbesondere im Vergleich zum benachbarten Bayern. „Ich bin in dem Bundesland, dass wahrscheinlich am meisten geprägt ist von Mittelstand, Industrie und Innovation“, sagte der CDU-Politiker bei der Ankunft im Staatsministerium in Stuttgart. „Das wird der Markus Söder jetzt nicht so gerne hören. Aber vermutlich ist es so.“Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) stellte dem Kanzler seine Kabinettsmitglieder vor. Im Anschluss nahm Merz an einer Sitzung des grün-schwarzen Kabinetts teil. Baden-Württemberg sei ein besonders erfolgreiches Land, sagt Merz im Anschluss auf einer Pressekonferenz. „Das Bundesland steht für die ganze Breite von Technik und Innovation und hat wahrscheinlich die höchste Zahl an Hidden Champions, also großer, teilweise weltweit erfolgreicher Unternehmen“, lobte er. „Da müssen wir raus“„Wir befinden uns in einer strukturellen Wachstumsschwäche, unter anderem auch durch mangelnde Produktivität. Da müssen wir raus, das geht nur, wenn wir an der Spitze der Innovation stehen“, so Merz. Merz wird deshalb auch anschließend zu einem Spatenstich nach Heilbronn fahren. Auf 30 Hektar Fläche soll dort der Innovationspark für Künstliche Intelligenz (IPAI) entstehen.Auch Kretschmann stichelte in Richtung Bayern: „Wir haben darlegen können, dass wir eine der führenden Innovationsregionen sind“, sagte der Ministerpräsident. „Allerdings sind wir mit Lob sparsamer als mancher Nachbar.“ Er fuhr fort: „Wir wissen, was wir können.“ Allerdings befinde sich die Wirtschaft im Umbruch. „Es stehen viele Arbeitsplätze auf dem Spiel.“ Baden-Württemberg wolle bei den neuen Technologien mit vorangehen. „Wir sind doch das Land der Tüftler und Denker.“ Ein Konsortium bewirbt sich für eine KI-Gigafactory, mit der künstliche Intelligenz auf europäischen Boden trainiert werden soll. Außerdem sieht Kretschmann Potenzial im B2B-Bereich, also den Geschäftsbeziehungen zwischen Firmen.Lesen Sie auchAls Geschenk überreichte der Ministerpräsident einen Globus – weil ein Kanzler ja auch Weltpolitik mache. Merz hielt seine umstrittenen Äußerungen rund um Migration und Probleme im „Stadtbild“ für nicht weiter erklärungsbedürftig. „Wenn Sie mir das nachsehen, dieses Thema hat heute keine Rolle gespielt, und es wird auch im weiteren Verlauf des Tages keine Rolle spielen“, sagte er. Am Montag hatte er Kritik daran zurückgewiesen. „Ich habe gar nichts zurückzunehmen“, sagte er. Wer seine Töchter frage, werde vermutlich „eine ziemlich klare und deutliche Antwort“ darauf bekommen, was er mit seinen Äußerungen gemeint habe, hatte er gesagt.dpa/dol/coh