PfadnavigationHomePolitikDeutschland„Stadtbild“-Debatte„Will CDU an die Wand drücken, damit sie freie Bahn hat“ – CDU-Vize warnt eindringlich vor AfDVeröffentlicht am 21.10.2025Lesedauer: 4 MinutenDie AfD „würde alles das zerstören, wofür die CDU seit 80 Jahren in diesem Land steht“, warnt LaumannQuelle: Michael Kappeler/dpa/picture allianceCDU-Vize Laumman hat seine Partei vor einer Zusammenarbeit mit der „Nazi-Partei“ AfD gewarnt. Davon würde er „nicht einen Millimeter zurückzuweichen“, erklärte er in einem Interview. Zuvor hatten schwarz-rote Vertreter Merz für seine Rhetorik in der „Stadtbild“-Debatte kritisiert.SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf wirft Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor, mit seinen Äußerungen zu „Stadtbild“ und Migration zu spalten. Es gebe in Deutschland Probleme – und die dürfe man benennen. „Aber das alles immer wieder auf eine Frage zurückzuführen, auf die Frage der Migration, und da so viel miteinander zu vermengen und zu pauschalisieren – das spaltet und das zerstört Vertrauen“, sagte Klüssendorf in der ntv-Talkshow „Pinar Atalay“. „Und ich muss sagen, dass meine Erwartung an die Spitze eines Staates schon deutlich höher ist“, sagte er mit Blick auf Merz.Es sei „kein schönes Gefühl“ für Menschen, die „hier zugewandert sind, deren Eltern vielleicht zugewandert sind, die einfach nicht weiß sind oder anders aussehen als vielleicht Friedrich Merz, die jetzt sich Blicke ausgesetzt fühlen“, ergänzte der SPD-Politiker seine Kritik an der Rhetorik des Kanzlers. Ob Merz auch Angst schüre, indem er nun auf die Sorgen der Töchter verweist? „Ich finde es schwer erträglich, das muss ich offen sagen. Einfach, weil er Dinge vermengt, die nicht vermengt gehören.“Lesen Sie auchAuch aus den eigenen Reihen erhält Merz für seine „Stadtbild“-Äußerung Gegenwind. Der Chef des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, hat einen anderen Stil vom Bundeskanzler gefordert. „Friedrich Merz ist nicht mehr der launige Kommentator am Spielfeldrand, der mal einen raushaut“, sagte Radtke den Funke-Zeitungen. „Sondern ihm kommt als Kanzler eine besondere Verantwortung für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, die Debattenkultur und einer positiven Zukunftserzählung zu.“Er empfinde es als gut, dass Merz der AfD eine klare Kampfansage liefere, sagte Radtke. Der Kanzler habe auch recht, wenn er eine positive Zukunftserzählung einfordere. „Allerdings erwarte ich, dass er hier als Bundeskanzler vorangeht. Allein die von ihm losgetretene Stadtbild-Debatte bewirkt das Gegenteil“, kritisierte er.Lesen Sie auchEs gebe zwar an vielen Stellen ein verstörendes Stadtbild – aber zu suggerieren, dies würde sich durch Abschiebungen ändern, sei zu kurz gesprungen, erwecke unerfüllbare Erwartungen und werde der Komplexität des Problems nicht gerecht, sagte Radtke. „Probleme wie Drogensucht, Obdachlosigkeit oder Mackertum bei Jugendlichen lassen sich nicht abschieben, sondern müssen angepackt werden.“ Die beste Strategie gegen die AfD sei Politik, die Probleme löse, Versprechen einhalte und in der Kommunikation ebenso klar wie empathisch sei.AfD „würde alles das zerstören, wofür die CDU steht“Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Karl-Josef Laumann hat einer Zusammenarbeit mit der AfD ebenfalls eine Absage erteilt und vor einer Gefahr für die Union gewarnt. Die AfD „würde alles das zerstören, wofür die CDU seit 80 Jahren in diesem Land steht, für Europa, für eine Weltoffenheit, für eine Gesellschaft, die auch aus christlichen Grundsätzen heraus das Zusammenleben der Menschen organisieren möchte“, sagte der nordrhein-westfälische Gesundheits- und Arbeitsminister im WDR 5-„Morgenecho“. „Es ist ja auch vollkommen klar, dass die AfD die CDU an die Wand drücken will, damit sie endlich freie Bahn hat.“Lesen Sie auchEs gebe auch nach einer Wahl „keine Hintertür“ für eine Zusammenarbeit mit der AfD, betonte Laumann. Für die parlamentarische Arbeit bedeute das konkret, dass die CDU Anträge mit der AfD nicht absprechen dürfe. Andererseits könnten aber auch Anträge in einem Parlament nicht zurückgezogen werden, nur weil die AfD ihnen zustimme. „Aber was man eben nicht machen darf, ist, Anträge mit der AfD abzusprechen“, betonte der CDU-Politiker. Laumann bekräftigte seine Aussage, dass er die AfD für eine „Nazi-Partei“ halte. „Das würde ich jeden Tag wiederholen, weil sie das auch ist“, sagte er. „Und ich bin nicht bereit, einen Millimeter da zurückzuweichen.“ Auch wenn es „hier und da mal Wirrköpfe“ geben könne, die glaubten, mit der AfD etwas machen zu können, so wisse jeder, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD die CDU zerreißen würde.„Ich habe gar nichts zurückzunehmen“Der Kanzler war vor einer Woche in Potsdam von einem Reporter auf das Erstarken der AfD angesprochen worden. Er sagte daraufhin unter anderem, dass man frühere Versäumnisse in der Migrationspolitik korrigiere und Fortschritte mache. „Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen.“ Die Äußerung war von der Opposition, aber auch aus der SPD kritisiert worden. Lesen Sie auchMerz hatte am Montag seine umstrittene Äußerung zu Problemen im Stadtbild durch Migration verteidigt. „Ich habe gar nichts zurückzunehmen“, sagte er. „Im Gegenteil, ich unterstreiche es noch einmal: Wir müssen daran etwas ändern und der Bundesinnenminister ist dabei, daran etwas zu ändern und wir werden diese Politik fortsetzen.“AFP/dpa/fro/dol
„Stadtbild“: „Kein schönes Gefühl für Menschen, die nicht weiß sind“ – SPD-Generalsekretär attackiert Merz - WELT
CDU-Vize Laumman hat seine Partei vor einer Zusammenarbeit mit der „Nazi-Partei“ AfD gewarnt. Davon würde er „nicht einen Millimeter zurückzuweichen“, erklärte er in einem Interview. Zuvor hatten schwarz-rote Vertreter Merz für seine Rhetorik in der „Stadtbild“-Debatte kritisiert.












