PfadnavigationHomeRegionalesHamburgMillionenschadenAcht Jahre Haft für Importhändler wegen Steuerhinterziehung beim BierhandelVeröffentlicht am 24.10.2025Lesedauer: 2 MinutenDer Angeklagte (2.v.l.) zu Beginn des Prozesses neben seinen Verteidigern und der Dolmetscherin im GerichtssaalQuelle: picture alliance/dpa/Bernhard SprengelEin 34-Jähriger ist in Hamburg wegen Steuerhinterziehung in 117 Fällen zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Die Bande hinterzog über 6,4 Millionen Euro Biersteuer, indem sie Exporte nach Deutschland vortäuschte, das Bier aber auf Schwarzmärkten verkaufte.Wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe ist ein Angeklagter in Hamburg zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den Mann am Freitag wegen Steuerhinterziehung beim innereuropäischen Bierhandel in 117 Fällen schuldig. Laut Anklage war er zentraler Akteur einer Bande, die mehr als 6,4 Millionen Euro Biersteuer in Frankreich hinterzog, indem sie den Export nach Hamburg vortäuschte. Tatsächlich verkaufte die Gruppe das Bier auf Schwarzmärkten in Frankreich und Großbritannien.Die Masche nutzte ein Schlupfloch: In Frankreich ist die Verbrauchssteuer auf Bier mehr als dreimal so hoch wie in Deutschland. Firmen mit Exportgenehmigung können Bier aber in Frankreich steuerfrei lagern, denn bezahlt wird die Steuer in dem Land, indem das Bier verkauft wird. Die Bande um den Beschuldigten täuschte solche Exporte vor. Seine Hamburger Firma fungierte als angeblicher Empfänger von Lieferungen aus Frankreich – tatsächlich kam kaum Bier in Deutschland an. Stattdessen wurden große Mengen illegal weiterverkauft.Lesen Sie auchZur Verschleierung erstellten Mittäter in Frankreich gefälschte Frachtbriefe und Empfangsbestätigungen, die nach Hamburg gebracht wurden, um Kontrollen zu täuschen. Einige Tarnlieferungen sollten die Scheinexporte glaubwürdig erscheinen lassen. Der Steuerbetrug erstreckte sich über die Jahre 2016 und 2017. Mehrere andere Bandenmitglieder wurden bereits 2018 verurteilt – die Urteile sind rechtskräftig.Der nun Verurteilte, zum Prozessauftakt im Juli 34 Jahre alt und aus der Republik Moldau stammend, agierte laut Anklage als „rechte Hand“ des Bandenchefs und koordinierte die gesamte Kommunikation. Zwischen August 2016 und Mai 2017 soll er gemeinsam mit seinen Komplizen die Steuerhinterziehung organisiert haben. Die Wirtschaftsstrafkammer hatte ursprünglich 18 Verhandlungstage bis November angesetzt. Nun war man doch eher fertig.Seine Verteidiger hatten die Anschuldigungen zurückgewiesen und argumentiert, die Staatsanwaltschaft müsse vorsätzliches Handeln nachweisen – nur dann sei eine Bestrafung möglich. Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht.juve mit AFP
Millionenschaden: Acht Jahre Haft für Importhändler wegen Steuerhinterziehung beim Bierhandel - WELT
Ein 34-Jähriger ist in Hamburg wegen Steuerhinterziehung in 117 Fällen zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Die Bande hinterzog über 6,4 Millionen Euro Biersteuer, indem sie Exporte nach Deutschland vortäuschte, das Bier aber auf Schwarzmärkten verkaufte.






