PfadnavigationHomePanoramaBrandenburgSchulleiter untersagt Schüler Praktikum bei der AfD und wird anschließend bedrohtVeröffentlicht am 15.10.2025Lesedauer: 3 MinutenEin Schulleiter in Brandenburg wird in den sozialen Netzwerken beleidigt und bedroht, nachdem er einem Schüler ein Praktikum bei der Brandenburger AfD-Fraktion untersagt hat. Das brandenburgische Bildungsministerium verteidigte die Entscheidung des SchulleitersEin Schüler aus Teltow (Brandenburg) wollte ein Praktikum bei der AfD-Landtagsfraktion machen, sein Direktor untersagte es. Seit die Partei den Vorfall publik machte, erreichen den Pädagogen Gewaltandrohungen.Die Alternative für Deutschland (AfD) zog mit 31,5 Prozent in den Brandenburger Landtag ein, sie stellt 30 Abgeordnete und ist nach der SPD die zweitstärkste Fraktion. Für einen Schüler aus Teltow (Landkreis Potsdam-Mittelmark) offenbar ein spannendes Arbeitsumfeld – er wollte dort gleich mehrfach ein Praktikum absolvieren. Doch die Schulleitung untersagte das Vorhaben und steht nun im Zentrum eines Shitstorms, über den unter anderem RBB 24 und die „Märkische Oderzeitung“ berichten.Den Vorfall publik gemacht hatte die AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré, zunächst bei einer Pressekonferenz am 8. Oktober und dann auch auf ihrem Social-Media-Kanal. Der Beitrag verbreitete sich und wurde kommentiert, auch das Magazin „Compact“ berichtete. Kotré zufolge habe der Schulleiter zunächst gegen das Praktikum votiert, weil der Zehntklässler zuvor bereits ein Praktikum in ihrem im Büro absolviert hatte und nun für ein zweites Praktikum wiederkommen wollte.Der Vorschlag, diesmal in der Landtagsfraktion zu hospitieren, wurde dann von der Schulleitung abgelehnt, ihr zufolge mit der Begründung, man habe es „offensichtlich mit Rechtsextremen zu tun“. Diese Bewertung sei eine „Indoktrination von Schülern“, die es so nicht geben dürfe, so Kotré. Für den Leiter der Grace-Hopper-Gesamtschule hatte der Vorgang Konsequenzen: Er erhielt laut den Medienberichten zahlreiche Drohungen, in denen ihm und seiner Familie auch Gewalt angedroht wurde. Einen der Kommentare zitierte der RBB wie folgt: „Namen und Adressen der Entscheider, dessen Ehepartner und Angehörige bekanntmachen! Der Rest erledigt sich von selbst.“Schulaufsicht stellt sich hinter den PädagogenSelbst äußern wollte sich der Pädagoge auf Anfrage des Regionalsenders nicht. Das Brandenburger Bildungsministerium verteidigte die Entscheidung des Direktors gegenüber dem RBB. Die Schulaufsicht habe den Vorgang geprüft und kein Fehlverhalten entdeckt. Die Schulleitung habe das Recht, Schülern ein Praktikum in einem bestimmten Ausbildungsbetrieb zu untersagen. Lesen Sie auchIm besagten Fall sehe man pädagogische Gründe, wörtlich heißt es in der Aussage, aus der auch der RBB zitiert: Der (minderjährige) Schüler wäre „ohne pädagogische Begleitung und vergleichende Einordnung unmittelbar der erwiesen demokratiefeindlichen Ideologie der Partei ausgesetzt gewesen“. Verwiesen wird auch darauf, dass der AfD-Landesverband Brandenburg vom Landesverfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ wurde. Die Partei klagt momentan gegen diese Einstufung.Lesen Sie auchDie Schulaufsicht hat dem Bericht zufolge wegen der anonymen Drohungen die Polizei informiert. Auch juristische Schritte seien möglich. Von der SPD-Fraktion im Brandenburger Landtag wird der Schulleiter unterstützt, mehrere Abgeordnete äußerten sich entsprechend in den sozialen Medien. Die mit der SPD regierende BSW-Fraktion verwies darauf, dass die Einstufung der AfD als rechtsextremistisch noch nicht juristisch bestätigt worden sei. Dennoch sei davon auszugehen, dass der Schulleiter nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt habe.Unterstützung bekommt der Mann auch in den sozialen Medien, viele Nutzer begrüßen die klare Positionierung. Auch unter dem X-Posting von Lena Kotré finden sich entsprechend kritische Meinungsäußerungen: „Was soll der Praktikant bei euch lernen? Hakenkreuz malen? Ausländer diffamieren? Gut, dass so etwas unterbunden wird. Lasst die Finger von unseren Kindern!“, schreibt ein Nutzer. krott
Brandenburg: Schulleiter untersagt Schüler Praktikum bei der AfD und wird anschließend bedroht - WELT
Ein Schüler aus Teltow (Brandenburg) wollte ein Praktikum bei der AfD-Landtagsfraktion machen, sein Direktor untersagte es. Seit die Partei den Vorfall publik machte, erreichen den Pädagogen Gewaltandrohungen.






