PfadnavigationHomeRegionalesHamburgReeder-StudieGeschäft deutscher Schifffahrtsunternehmen zeigt sich krisenfestVeröffentlicht am 14.10.2025Lesedauer: 3 MinutenAuch der Hamburger Hafen legte zuletzt wieder bessere Ergebnisse vorQuelle: Christian Charisius/dpaNeue Zölle, schwache Produktion – aber kaum Abschwung: Die meisten Reedereien erwarten sogar weiter Wachstum. Was macht die Branche so widerstandsfähig? Bessere Zahlen liefern auch die Außenhändler.Zölle erschweren und verteuern den Handel, die Konjunktur lahmt – doch das Geschäft deutscher Schifffahrtsunternehmen zeigt sich krisenfest. Das geht aus einer neuen Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC Deutschland hervor, die zum 17. Mal Führungskräfte von Hochseereedereien befragt hat. Ein Ergebnis der jährlichen Reeder-Studie ist: 93 Prozent der Unternehmen haben ihre Schiffe voll ausgelastet. Zudem rechnet die Mehrheit (58 Prozent) der Führungskräfte wie im Vorjahr in den nächsten zwölf Monaten mit Wachstum. Von einem Abschwung gehen inzwischen nur vier Prozent der Befragten aus (Vorjahr: sieben Prozent). Lesen Sie auchWeshalb schlägt die schwache Konjunktur in Deutschland nicht auf die Seetransporte durch? Wenn die deutsche Industrieproduktion lahmt, trifft das nicht alle Reedereien. In der Studie heißt es: „Sieben von zehn Schifffahrtsunternehmen geben an, dass ihre Geschäftstätigkeit praktisch gar nicht mehr oder allenfalls nur noch geringfügig von der hiesigen Produktion abhänge.“ Und nahezu zwei Drittel der Führungskräfte gehen davon aus, dass trotz der Zölle und der Handelsbarrieren Transporte in den nächsten Jahren nicht abnehmen werden. „Schwere See voraus“ – vor allem in der ContainerschifffahrtVorstellbar ist, dass sich die beständige Lage der Reeder dennoch verschlechtert: Die Verfasser erwarten, dass geopolitische Verwerfungen sowie Sanierungs- und Investitionsbedürfnissee die Unternehmen beschäftigen werden. Die Studie haben die Autoren „Schwere See voraus“ genannt.Eine mögliche Entwicklung sind fallende Frachtraten, also Transportpreise. Nur jeder fünfte Befragte erwartet, dass die Raten in den nächsten zwölf Monaten steigen werden (Vorjahr: 44 Prozent). Mehr als ein Drittel rechnet mit einem Preisrückgang. Auffällig ist, dass sich Vertreter der Containerschifffahrt sorgenvoller als ihre Kollegen äußern. Für andere Bereiche der Wirtschaft wären günstigere Transportpreise eine gute Nachricht.Umfrage auch des AußenhandelsverbandsZum Beispiel für den Außenhandel, der am Dienstag ebenfalls eine Studie vorlegte: Die konjunkturelle Lage im norddeutschen Handel und bei unternehmensnahen Dienstleistern bleibt demnach angespannt, zeigt aber erste Erholungszeichen. Im dritten Quartal 2025 sank der Umsatz real um 2,4 Prozent (nominal: -0,8 Prozent). Zugleich rechnet eine deutliche Mehrheit der Unternehmen in den kommenden sechs Monaten mit einer Stabilisierung ihrer Umsätze und Gewinne. Das geht aus dem Wirtschaftstest des AGA Unternehmensverbands hervor, der vom 2. September bis 2. Oktober 2025 unter norddeutschen Firmen erhoben wurde.„Die Unternehmen bewegen sich zwischen Belastung und Hoffnung“, ordnet AGA-Präsident Hans Fabian Kruse die Ergebnisse ein. „Hohe Kosten und schwache Nachfrage drücken auf die Ergebnisse, doch der Anstieg des AGA-Indikators zeigt: Der Groß- und Außenhandel arbeitet sich Schritt für Schritt aus der Talsohle heraus. (…) Eine der größten Herausforderungen bleibt jedoch der Fach- und Nachwuchskräftemangel.“Lage im Quartal: Kostendruck dominiert, Umsätze rückläufigEin Drittel (33 Prozent) der befragten Unternehmen verzeichnete im Jahresvergleich einen Umsatzrückgang, 45 Prozent meldeten stabile Erlöse, 22 Prozent ein Plus. Auf der Ergebnisseite stufen 71 Prozent ihre Gewinne als „befriedigend“ ein, lediglich 10 Prozent als „gut“. Der Kostendruck bleibt hoch: Bei 57 Prozent stiegen die Gesamtkosten, bei 42 Prozent blieben sie stabil.Der real stärkere Rückgang gegenüber dem nominalen Minus verweist auf die weiterhin dämpfende Wirkung der Preisentwicklung: Selbst dort, wo Umsätze mengenmäßig sanken, konnten Preise den Rückgang zum Teil kaschieren – allerdings nicht ausgleichen.Ausblick: Mehrheit erwartet StabilisierungFür die nächsten sechs Monate überwiegt die Erwartung einer Seitwärtsbewegung: 67 Prozent der Unternehmen rechnen mit gleichbleibenden Umsätzen, 18 Prozent mit einer Verbesserung, 16 Prozent mit einer Verschlechterung. Bei den Gewinnen hofft eine knappe Mehrheit (56 Prozent) auf Konstanz, jedoch 34 Prozent erwarten Rückgänge – ein Hinweis auf anhaltend knappe Margen unter hohem Kosten- und Nachfragedruck.jlau
Reeder-Studie: Geschäft deutscher Schifffahrtsunternehmen zeigt sich krisenfest - WELT
Neue Zölle, schwache Produktion – aber kaum Abschwung: Die meisten Reedereien erwarten sogar weiter Wachstum. Was macht die Branche so widerstandsfähig? Bessere Zahlen liefern auch die Außenhändler.






