PfadnavigationHomePolitikDeutschlandZusätzliche AbgabeKoalition zeigt sich offen für Tabak-Sondersteuer – Geld soll an Krankenkassen gehenVeröffentlicht am 09.10.2025Lesedauer: 2 MinutenQuelle: Andrea Warnecke/dpa-tmnZigaretten und Co. durch eine Verteuerung unattraktiver machen und mit neuen Einnahmen die Krankenkassen unterstützen – so lässt sich ein Vorstoß zusammenfassen, der bei Schwarz-Rot offenbar Anklang findet. Es gibt jedoch Bedingungen.In beiden Regierungsfraktionen und im Bundesgesundheitsministerium gibt es Bereitschaft, über eine Zusatzabgabe auf Tabakprodukte zugunsten der gesetzlichen Krankenversicherung zu diskutieren. Das machten die gesundheitspolitischen Sprecher der Unions- sowie der SPD-Bundestagsfraktion, Simone Borchardt und Christos Pantazis, gegenüber dem Fachdienst „Tagesspiegel Background“ deutlich. Grundgedanke ist dabei, Tabak durch eine Verteuerung unattraktiver zu machen, auf der anderen Seite die damit generierten Einnahmen zu nutzen, um die Folgekosten des Konsums für die Krankenkassen auszugleichen. Die Steuermittel würden demnach direkt in den Gesundheitsfonds der gesetzlichen Krankenversicherung fließen.Lesen Sie auch„Eine risikogerechte Besteuerung von Tabakprodukten ist überfällig“, sagte die CDU-Politikerin Borchardt. Wer die gesundheitlichen und finanziellen Folgen des Rauchens ernst nehme, „muss das Verursacherprinzip stärker in den Mittelpunkt rücken.“ Wichtig sei dabei aber, dass zusätzliche Steuern „konsequent in den Gesundheitsfonds fließen und gezielt für Prävention und Entwöhnung eingesetzt werden“, eine Erhöhung müsse über „reine Steuerpolitik“ hinausgehen.Der SPD-Sprecher Pantazis bezeichnete es gestern als „interessantes Signal“, dass die Union in der Frage offenbar dazu bereit ist, von ihrer bisherigen Ablehnung einer Sonderabgabe auf Tabakprodukte abzukehren. Eine Erhöhung der Tabaksteuer könne „ein wirksames Instrument sein“, räumte er ein, „wenn sie klug ausgestaltet ist.“ Seine Fraktion, so Pantazis, sei hier „jederzeit gesprächsbereit – vorausgesetzt, es handelt sich nicht um reine Symbolpolitik, sondern um einen echten Beitrag zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit“.Tino Sorge, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, äußerte sich zurückhaltender, aber ebenfalls offen für eine Diskussion. Durch Rauchen und Passivrauchen entstünden dem Gesundheitssystem jährliche Folgekosten in Höhe von rund 30 Milliarden Euro, weitere 67 Milliarden an indirekten Kosten, etwa durch Arbeitsunfähigkeit oder frühzeitiges Versterben von Menschen. Auch er wisse, sagte Sorge, „dass das Steuerthema eine Lenkungswirkung hat“, man deshalb auch „die politische Debatte führen“ müsse. Steuererhöhungen „könnte man machen“, allerdings sei er der Meinung, „dass man diese Steuermittel dann zielgerichteter ins Gesundheitssystem fließen lassen“ müsse.lay