PfadnavigationHomePolitikDeutschlandMesserattacke in HerdeckeNeu gewählte SPD-Bürgermeisterin niedergestochen – Polizei führt Adoptivkinder abVeröffentlicht am 07.10.2025Lesedauer: 4 MinutenDie neu gewählte Bürgermeisterin von Herdecke, Iris Stalzer (SPD), wurde in ihrem Haus durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt. Die Polizei geht von einem familiären Hintergrund aus. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Adoptivkinder. Greta Wagener berichtet.Iris Stalzer, neue Bürgermeisterin der Stadt Herdecke in NRW, ist mit einem Messer vor ihrem Wohnhaus niedergestochen worden. Die SPD-Politikerin schwebt in Lebensgefahr. Nach WELT-Informationen halten Ermittler eine politisch motivierte Tat derzeit für unwahrscheinlich.Großeinsatz in Herdecke (Nordrhein-Westfalen): Die neu gewählte Bürgermeisterin, Iris Stalzer (SPD), ist lebensgefährlich verletzt in ihrer Wohnung gefunden worden. Sie habe mehrere Messerstiche erlitten, hieß es aus Sicherheitskreisen. Die SPD-Politikerin schwebte am Dienstagabend noch in Lebensgefahr.Ermittler sicherten bis zum späten Abend in dem Gebäude Spuren. Das Haus der Politikerin sei auch der Tatort, hatten Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt. Die Ermittler gehen eigenen Angaben zufolge von einem familiären Hintergrund aus. Es werde gleichwohl in alle Richtungen ermittelt, teilte die Polizei in Hagen am Dienstag mit.Stalzer wurde offenbar in direkter Nähe zu ihrer Wohnung mit einem Messer angegriffen und soll sich dann schwer verletzt in ihr Wohnhaus geschleppt haben. Der Notruf ist von ihren Kindern abgesetzt worden. Nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen handelt es sich um die mutmaßlichen Adoptivkinder von Iris Stalzer im Alter von 15 und 17 Jahren. Sie hätten die Rettungsleitstelle gegen 12:40 Uhr verständigt, hieß es. Sie gaben demnach an, ihre Mutter schwer verletzt im Wohnhaus aufgefunden zu haben. Die Mutter sei wohl überfallen worden. Sie weise mehrere Messerstiche im Bereich des Oberkörpers auf. Zunächst sei sie ansprechbar gewesen, so die Kinder laut Sicherheitskreisen. Die beiden Adoptivkinder sind nach dpa-Informationen zur Vernehmung und Sicherung von Spuren von der Polizei mitgenommen worden. Der Sohn hatte zunächst angegeben, dass eine Gruppe Männer die Politikerin niedergestochen habe. Nach WELT-Informationen gibt es bislang keine weiteren Zeugenaussagen, die eine Männergruppe am Tatort gesehen haben. Ermittler halten eine politisch motivierte Tat derzeit für unwahrscheinlich. Nach Angaben aus Polizeikreisen hat es bereits im Sommer einen Vorfall innerhalb der Familie gegeben, bei dem die Adoptivtochter ihre Mutter mutmaßlich mit einem Messer angegriffen haben soll. Ein Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen wird nun geprüft.Auf die Frage, ob beide oder eines der Kinder als Zeugen oder Verdächtige auf der Wache befragt wurden, wollte eine Polizeisprecherin am Dienstagabend keine Antwort geben. Die Kinder würden betreut, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.Ein Nachbar beschrieb gegenüber WELT die Kinder von Iris Stalzer als „sehr lieb“ und unauffällig. Man sehe sich öfter, habe aber keinen persönlichen Kontakt. Andere Nachbarn sagten, dass es vor der Tat einen lautstarken Streit im Haus der Politikerin gegeben haben soll. Iris Stalzer in LebensgefahrVor Ort wurde Stalzer erstversorgt und anschließend mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen, wo sie intensivmedizinisch betreut wird.Wie die dpa erfuhr, war Stalzer im Krankenhaus kurz bei Bewusstsein. Die Polizei habe sie in diesem Moment befragen können. Eine richtige Vernehmung konnten die Ermittler demnach aber nicht durchführen, da der Zustand der Politikerin noch instabil gewesen sei. Über die kurze Befragung durch die Polizei hatte die „Westfalenpost“ zuvor berichtet.Die 57-jährige SPD-Politikerin war vor knapp eineinhalb Wochen mit 52,2 Prozent der Stimmen zur Bürgermeisterin der 22.500-Einwohner-Stadt im Ruhrgebiet gewählt worden. Laut ihrer Homepage ist die Rechtsanwältin verheiratet und Mutter von zwei Kindern im Teenageralter. Ihre Amtszeit beginnt am 1. November 2025.Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verurteilte die „abscheuliche Tat“ auf X: „Wir bangen um das Leben der designierten Bürgermeisterin Iris Stalzer und hoffen auf vollständige Genesung. Meine Gedanken sind bei ihrer Familie und ihren Angehörigen.SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sagte bei einer Pressekonferenz: „Wir haben vor wenigen Minuten erfahren, dass die gerade gewählte Bürgermeisterin Iris Stalzer in Herdecke niedergestochen wurde. Wir sind in Gedanken bei ihr und wünschen ihr, dass sie diese furchtbare Tat überlebt. Wir sind auch in den Gedanken bei ihrer Familie und wünschen nur das Beste. Wir können zu den Hintergründen augenblicklich noch nichts sagen, aber wir sind mehr als tief betroffen.“ Auch SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf zeigte sich bestürzt über die Messerattacke. „Die Nachrichten aus Herdecke machen uns tief betroffen“, sagte Klüssendorf in Berlin. „Wir bangen mit unserer Genossin und Bürgermeisterin und sind in Gedanken bei ihren Angehörigen.“ CDU-Fraktionschef Jens Spahn sagte in Berlin: „Ich hoffe und bete, dass die Bürgermeisterin, Frau Iris Stalzer, diesen schrecklichen Anschlag überlebt. In Gedanken sind wir bei ihr und bei ihrer Familie. Die Hintergründe dieser Tat müssen nun schnell geklärt und aufgeklärt werden.“Auch die Stadtverwaltung von Herdecke reagierte schockiert. „Die Medienberichte zum Polizeieinsatz am Haus von Iris Stalzer haben in der Stadtverwaltung für Entsetzen und Fassungslosigkeit gesorgt“, heißt es in einer ersten Stellungnahme. Der Artikel wird fortlaufend aktualisiertdpa/rct/jm/lay/dp
Herdecke: Neu gewählte SPD-Bürgermeisterin Iris Stalzer niedergestochen – Polizei führt Adoptivsohn ab - WELT
Iris Stalzer, neue Bürgermeisterin der Stadt Herdecke in NRW, ist mit einem Messer vor ihrem Wohnhaus niedergestochen worden. Die SPD-Politikerin schwebt in Lebensgefahr. Nach WELT-Informationen halten Ermittler eine politisch motivierte Tat derzeit für unwahrscheinlich.













