PfadnavigationHomeSportSexualisierte Gewalt im SportBundesbeauftragte befürwortet Forderung nach bundesweitem Trainer-RegisterVeröffentlicht am 07.10.2025Lesedauer: 2 MinutenFrau mit klarer Botschaft: Kerstin Claus, Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und JugendlichenQuelle: Sebastian Gollnow/dpaFußball, Leichtathletik, Turnen: Zunehmend gibt es in diesen Sportarten sexualisierte Gewalt. Wie können Kinder und Jugendliche vor übergriffigen Trainern geschützt werden? Die Missbrauchsbeauftragte des Bundes hat eine ganz konkrete Forderung.Nach Enthüllungen und Berichten über Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in diversen Sportarten werden die Rufe nach einer allgemeinen Datenbank für Coaches und Betreuer lauter. „Ich befürworte ausdrücklich die Forderung nach einem bundesweiten Trainer-Register“, sagte Kerstin Claus, die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, der Deutschen Presse-Agentur.Vereinen müsse es möglich sein, sich bei vorherigen Stationen über Trainer und Trainerinnen zu informieren, „um ausschließen zu können, dass Ursache für den Wechsel mutmaßliche Grenzverletzungen war“, führte Claus aus.„Denkbar wäre hier eine entsprechende Entbindung von der Schweigepflicht“, ergänzte sie. So könnte verhindert werden, dass Täterinnen und Täter weiter Zugang zu minderjährigen Sportlerinnen und Sportlern bekommen. „In einem Trainer-Register könnten Vereine zudem einsehen, ob es in der Vergangenheit Vorfälle gab.“Auch Politik und Athleten-Vertreter für Trainer-RegisterIn den vergangenen Jahren hatten Berichte über Missbrauch etwa in Fußball, Turnen, Leichtathletik oder Schwimmen immer wieder für Aufsehen und Empörung gesorgt. In einer ZDF-Dokumentation etwa berichteten Leichtathletinnen jüngst, wie sie als junge Sportlerinnen von Trainern bedrängt und sexuell belästigt worden seien. Anfang des Jahres waren Missbrauchsvorwürfe deutscher Spitzenturnerinnen in den Schlagzeilen.Lesen Sie auchDas Thema beschäftigt auch die Bundesregierung. Ein Sprecher des Staatsministeriums für Sport sagte auf dpa-Anfrage: „Es braucht eine von den verbandsinternen Strukturen losgelöste unabhängige Stelle, an die sich Betroffene im Bedarfsfall wenden können und die die Vorwürfe interpersonaler Gewalt untersucht.“ Genau dafür wird seit Jahren ein sogenanntes Zentrum für Safe Sport aufgebaut, der Plan dafür steht sogar im Koalitionsvertrag.Lesen Sie auchDieses Zentrum soll dann nicht nur beraten, sondern auch kontrollieren und sanktionieren dürfen. Das fordert nicht nur die Missbrauchsbeauftragte Claus. Johannes Herber, der Geschäftsführer der Vereinigung Athleten Deutschland, spricht sich ebenfalls für eine Weitergabe von Trainerdaten aus. „Damit ein solches Täter-Hopping in Zukunft eingedämmt werden kann“, wie er sagte.jb/dpa