PfadnavigationHomeDebatteArtikeltyp:MeinungSicherheits-DebatteJetzt will jeder schon immer ein Drohnen-Experte gewesen seinVeröffentlicht am 09.10.2025Lesedauer: 2 MinutenWELT-Redakteur Rainer HaubrichQuelle: Claudius Pflug/WELTSPD und Grüne werfen Innenminister Dobrindt vor, nicht genug für den Einsatz und die Abwehr von Drohnen getan zu haben. Ein guter Moment, um an die Vorbehalte der Ampel-Koalition gegen diese Technologie zu erinnern.Heute wollen alle Politiker schon immer Drohnen-Experten gewesen sein. Und jeder will als Erster vor den mit ihnen verbundenen Gefahren gewarnt haben. Angesichts der immer häufigeren Sichtungen von Drohnen wünscht sich Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) „mehr Energie“ bei diesem Thema, es gebe „keine Minute mehr“ zu verlieren. Und Grünen-Chef Felix Banaszak kritisiert, Dobrindt habe sich seit seinem Amtsantritt „offenbar ausschließlich mit anderen Dingen beschäftigt“ und scheine „erst in den letzten Tagen beim Thema Drohnen allmählich aufzuwachen“.Vielleicht wäre jetzt ein guter Moment, um daran zu erinnern, dass es zu Zeiten der Ampel-Koalition im Bundestag keine Mehrheit für den Aufbau einer „Drohnenarmee“ gab. Im Mai 2024, mehr als zwei Jahre nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine, hatte die Union einen Antrag zum Aufbau einer Truppengattung „Unbemannte Systeme und Drohnenabwehr“ eingebracht, die sich in Personalumfang und Struktur an den Erfahrungen der ukrainischen Streitkräfte ausrichten solle. Aber die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP sowie die Gruppe Die Linke lehnten den Antrag ab. Die AfD-Fraktion enthielt sich. „Eine Drohnenarmee gibt es nur im ersten Teil von Star Wars“, höhnte der liberale Verteidigungsexperte Marcus Faber.Lesen Sie auchIm Oktober 2021, wenige Monate vor dem Überfall Russlands auf die Ukraine, hatte die „SPD-Projektgruppe zur Frage der Bewaffnung von Drohnen“ in ihrem Abschlussbericht geschrieben: Die SPD habe „grundsätzlich erhebliche Vorbehalte gegen eine Politik der Aufrüstung“, sie lehne „die Entwicklung und den Einsatz von letalen autonomen Waffensystemen ab.“Damals konnten sich nur die wenigsten vorstellen, welche zentrale Rolle Drohnen in einem Krieg wie in der Ukraine spielen würden. Genauso wenig wie man sich im Übrigen vorstellen konnte, dass zugleich der archaische Stellungskrieg mit Schützengräben wie am Anfang des 20. Jahrhunderts zurückkehren würde.Seit der Einführung von Streitwagen im Alten Ägypten haben immer wieder neue Waffensysteme den Gang der Weltgeschichte beeinflusst, und immer wieder wurde die neueste Technologie durch eine noch bessere ersetzt. Deutschland hat bei Einsatz und Abwehr von Drohnen einiges nachzuholen. Aber auch diese werden nicht die letzte Stufe der Militärgeschichte sein. Deshalb muss die Politik schon jetzt den Blick auch auf die Kriegstechnik richten, die auf die Drohnen folgt.
Sicherheits-Debatte: Jetzt will jeder schon immer ein Drohnen-Experte gewesen sein - WELT
SPD und Grüne werfen Innenminister Dobrindt vor, nicht genug für den Einsatz und die Abwehr von Drohnen getan zu haben. Ein guter Moment, um an die Vorbehalte der Ampel-Koalition gegen diese Technologie zu erinnern.














