PfadnavigationHomeNewstickerDPAInfolineWissenschaft (DPA)Ernährungsweise trägt weiterhin stark zur Klimakrise beiVeröffentlicht am 03.10.2025Lesedauer: 4 MinutenDie weltweite Nahrungsmittelproduktion verursacht dem Bericht zufolge rund 30 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen. (Archivbild)Quelle: Nati Harnik/AP/dpaWeniger Fleisch von Wiederkäuern - dazu wird nicht nur für die eigene Gesundheit geraten. Auch Klima und Umwelt profitieren. Doch noch bleibt ein weiter Weg beim Wandel der Ernährungssysteme.Ein zentrales Problem wird Experten zufolge in der Klimakrise noch nicht ausreichend angegangen. Die weltweite Nahrungsmittelproduktion verursache rund 30 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen, heißt es in einem neuen Bericht der EAT-Lancet-Kommission. Gleichzeitig fehle Milliarden Menschen der Zugang zu gesunder Ernährung.Selbst bei einer globalen Energiewende weg von fossilen Brennstoffen würden allein die Ernährungssysteme dazu führen, dass die Erderwärmung nicht auf 1,5 Grad begrenzt werden kann, warnt die Gruppe. Die Kommission ist ein von der Nichtregierungsorganisation EAT und der Fachzeitschrift «The Lancet» gegründetes internationales Expertengremium. Ziel ist es, Strategien für eine gesunde Ernährung der Menschheit und zugleich für den Schutz der Erde zu entwickeln.Voraussetzung für ein sicheres Klimasystem und einen gesunden Planeten«Die Umgestaltung der Nahrungsmittelsysteme ist eine große ökologische und soziale Herausforderung, aber sie ist eine Voraussetzung dafür, dass wir die Chance haben, zu einem sicheren Klimasystem und einem gesunden Planeten zurückzukehren», sagte Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in Potsdam und Co-Vorsitzender der EAT-Lancet-Kommission. «Unsere Ernährungsgewohnheiten können Leben retten, Emissionen drastisch verringern, den Verlust der Biodiversität bremsen und zu mehr Gerechtigkeit beitragen.»Eine Umstellung auf die sogenannte Planetary Health Diet könnte dem Bericht zufolge jedes Jahr etwa 15 Millionen vorzeitig durch ernährungsbedingte Krankheiten beendete Leben retten. Sie weist große Ähnlichkeiten mit in der Ernährungsberatung üblichen Empfehlungen auf: viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse und Hülsenfrüchte, dazu drei bis vier Eier pro Woche, Fisch, Geflügelfleisch und möglichst wenig Fleisch von Wiederkäuern wie Rindern, Schafen und Ziegen.Wiederkäuer geben große Mengen Treibhausgas abDeren Fleisch birgt nicht nur ein langfristiges Krebsrisiko, sondern die Tiere erzeugen bei der Verdauung auch erhebliche Mengen des Treibhausgases Methan. 53 Prozent der Nicht-CO2-Treibhausgase aus der Landwirtschaft stammen von Wiederkäuern, wie es im Bericht heißt. Wenn sich die Menschen weltweit gesünder ernähren würden, könne dies den Treibhausgasausstoß durch den Ernährungssektor um 15 Prozent verringern.