Kuchen ist in Prag Kunst. Ein kubistisches Tortenstück im Mosaikdesign steht auf unserem Teller und sieht aus wie gemalt. In den Kuchen sind Rechtecke eingelassen, schokoladenschwarze, safrangelbe und himbeerrote Teigwürfel, und wir zögern, bevor wir die Gabel in die Hand nehmen und ein Stück abschneiden. Die Torte könnte auch ein Ausstellungsstück sein, denn im Grand Café Orient ist alles kubistisch gestaltet, die Buffettheke, der große Spiegel, die Kronleuchter, die Türgriffe und selbst die Garderobenhaken. Josef Gočár hat mit dem Gebäude in der Altstadt ein Gesamtkunstwerk geschaffen, das man begehen kann. Über dem Café befindet sich ein kubistisches Museum mit Exponaten des tschechischen Kubismus, der in seiner kurzen Blüte vor dem Ersten Weltkrieg Möbel, Bilder und Häuser mit prismenartigen Formen schuf. Bald schwirrt uns der Kopf vor lauter Kristallen und Kanten, und es tut gut, über eine weich geschwungene Treppe in die Normalität zurückzufinden. Doch dann schauen wir auf und sehen, dass Gočár sich einen Spaß erlaubt hat: Über uns scheint eine große Glühlampe zu brennen. Die gewundene Treppe wird zum Kolben und das Geländer mit seinen trapezförmigen, kubistischen Verstrebungen zur geriffelten Fassung der Lampe.
Elberadweg: Der beliebteste Fernradweg Deutschlands – zu recht?
Er ist der beliebteste Fernradweg Deutschlands: der Elberadweg. Ob er diesen Titel zu Recht trägt? Wir sind zur Probe von Prag nach Dessau geradelt.







