PfadnavigationHomeRegionalesHamburgKlinik in der KriseWarum das Krankenhaus UKE tiefrote Zahlen schreibt – und Hamburg zahlen mussVeröffentlicht am 02.10.2025Lesedauer: 2 MinutenBlick auf den Eingang zum Universitätsklinikum Hamburg-EppendorfQuelle: Bodo Marks/dpaObwohl am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf mehr Menschen behandelt wurden, rutscht das öffentliche Krankenhaus erneut tief in die roten Zahlen. Der Grund dafür liegt unter anderem bei den Kosten für Personal und Miete. Die Opposition bezeichnet die Lage als alarmierend.Eine der größten und modernsten Kliniken Europas, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), erwartet auch für dieses Jahr einen Millionenverlust. Derzeit geht die Klinik von einem Minus von mindestens 70 Millionen Euro aus, wie Medienberichten zufolge aus einem Antrag zur Nachbewilligung von Geldern für den Haushaltsplan 2025/26 des Senats an die Bürgerschaft hervorgeht. Das UKE ist ein öffentliches Unternehmen, Verluste werden auch aus dem Stadthaushalt ausgeglichen. Gründe für das Minus sind den Angaben zufolge unter anderem gestiegene Personalkosten sowie die Miete für bestehende Gebäude. Deshalb werde die Bilanz unter dem Strich ein Minus ausweisen, obwohl das UKE mehr Patientinnen und Patienten als 2024 behandelt hat und auch die Krankenkassen besser zahlen. 2024 hatte das Minus den Angaben zufolge bei rund 51,4 Millionen Euro gelegen. Lesen Sie auchBereits 2024 musste die Stadt Hamburg Geld zuschießen, weil aufgrund der gestiegenen Sachkosten und tariflichen Mehrbelastungen das UKE tief in die roten Zahlen gerutscht war. Den Planungen zufolge soll das UKE 2030 wieder schwarze Zahlen schreiben, also Gewinne verbuchen. Bis dahin möchte die Stadt mit weiteren Mitteln unterstützen, weil ohne diese Kompensationsmaßnahmen das Eigenkapital des Krankenhauses auf minus 335 Millionen Euro rutschen würde, heißt es im Antrag von Rot-Grün an die Bürgerschaft. CDU: Finanzielle Schieflage ist alarmierendDie CDU schätzt die finanzielle Schieflage des UKE als alarmierend ein. „Hier darf der Senat nicht nur darauf setzen, dass es ab 2030 wieder besser wird, sondern muss nachhaltig eine stabile Finanzierungsstruktur sicherstellen“, sagte Thilo Kleibauer, haushaltspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Die Probleme dürften nicht mit steigenden Darlehen in die Zukunft verschoben werden, damit die Leistungsfähigkeit der Uniklinik gesichert bleibe.Das UKE bezeichnet sich selbst als „führend in Forschung und medizinischer Behandlung“. In 13 Zentren finden sich 78 interdisziplinär zusammenarbeitende Kliniken und Institute. Das Klinikum hat insgesamt etwa 16.100 Mitarbeiter. Jedes Jahr werden 97.000 stationäre sowie 475.000 ambulante Patienten behandelt. Hinzu kommen mehr als 128.000 Notfälle. Auch bundesweit wird die Not der Krankenhäuser größer: Im vergangenen Jahr haben nach einer Erhebung der Münchner Unternehmensberatung Roland Berger drei Viertel der Kliniken Verlust geschrieben, von den öffentlichen Einrichtungen sogar knapp 90 Prozent. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Die Unternehmensberatung veröffentlicht die Krankenhausstudie jährlich, für die neue Ausgabe wurden 850 Krankenhaus-Geschäftsführer und Führungskräfte befragt. 2023 arbeitete nach der damaligen Umfrage zumindest eine knappe Hälfte der Häuser noch wirtschaftlich.jaw/dpa