Am Donnerstagmorgen, die Sonne ist längst aufgegangen, sind auf dem Livestream der „Global Sumud Flotilla“ noch immer Schiffe zu sehen. Die rund 500 Aktivisten, Parlamentarier und Anwälte, die in den vergangenen Tagen mit Hilfsgütern auf dem Weg nach Gaza waren, hatten an ihren mehr als 40 Segel- und Motorbooten Bordkameras installiert und ihre Überfahrt ins Internet übertragen. Um 9.17 Uhr sendete die Fair Lady Bilder der Crew in orangefarbenen Rettungswesten – im Hintergrund war ein Marineschiff zu sehen. Kurz darauf endete der Stream.

Ein Ausschnitt aus einem Video des israelischen Außenministerium, der die festgenommene Aktivistin Greta Thunberg zeigen soll.

(Foto: AP)

Schon am Vorabend, als sich die Flottille etwa 70 Seemeilen vor der Küste Gazas befand, war sie dort auf Schiffe der israelischen Marine gestoßen. Die Soldatinnen und Soldaten hatten zunächst das Boot von Greta Thunberg festgesetzt, der prominentesten Aktivistin der Gruppe. Das israelische Außenministerium veröffentlichte Bilder von Thunbergs Festnahme und erklärte, „Greta und ihre Freunde“ seien „sicher und gesund“. Die Passagiere würden nun zu einem israelischen Hafen gebracht, hieß es.

Bewaffnete und maskierte Soldaten enterten Boote und forderten die Besatzungen auf, die Hände hochzunehmen