PfadnavigationHomePanoramaBerlin„Niemand weiß, wo sie abgeblieben sind“ – Hunderte vietnamesische Azubis vermisstVeröffentlicht am 02.10.2025Lesedauer: 2 MinutenQuelle: Getty Images/Image Source/Astrakan ImagesZahlreiche vietnamesische Auszubildende sind aus dem Schulleben spurlos verschwunden. Allein an einer Berliner Schule sollen ein Drittel der etwa 700 Schüler aus Vietnam fehlen. Eine Gewerkschaft fürchtet „modernen Menschenhandel“.An Berliner Berufsschulen sind laut einem Bericht des Senders RBB zahlreiche vietnamesische Auszubildende einfach aus dem Schulleben verschwunden. An der Brillat-Savarin-Schule in Berlin-Weißensee mit mehreren tausend Berufsschülern beträfe das rund ein Drittel der etwa 700 Schüler aus Vietnam. „Niemand weiß, wo die abgeblieben sind“, sagte der Gewerkschafter Sebastian Riesner, der auch Mitglied der Schulkonferenz ist, dem RBB. Möglich sei ein Abgleiten in Schwarzarbeit, zum Beispiel in Nagelstudios oder gar in die Prostitution.Obwohl die Jugendlichen in Vietnam ein Sprachzertifikat nachweisen müssen, würden viele kaum Deutsch sprechen. Nach ihrer Ankunft in Deutschland seien viele verunsichert, die Lehrer überfordert, der Schulbetrieb kaum aufrechtzuerhalten, sagte Gerrit Buchhorn, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Berlin, der ebenfalls Mitglied der Schulkonferenz ist.Ähnliche Entwicklungen soll es auch in Brandenburg und anderen Bundesländern geben. Laut der Bundesagentur für Arbeit absolvieren rund 16.000 Vietnamesen eine Ausbildung in Deutschland, davon knapp 2000 in Berlin. Die Zahl steigt, allein 2024 kamen rund 4000 nach Deutschland.Die Anwerbung von Auszubildenden für Deutschland laufe in Vietnam über private Vermittlungsagenturen. Sie verlangten für Verträge, Sprachnachweise und Visa hohe Summen. Viele junge Vietnamesen würden sich verschulden und in extreme Abhängigkeiten geraten, sagt die Migrationsexpertin Mimi Vu. Sie warnt vor einem internationalen Netzwerk organisierter Kriminalität, das mit gefälschten Zertifikaten arbeitet und Menschen in ausbeuterische Beschäftigungsverhältnisse zieht.Laut der Gewerkschaft NGG agierten viele Vermittlungsagenturen wie Schlepperorganisationen. Von „modernem Menschenhandel“ ist die Rede. Die Gewerkschaft verlangt klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Die Anwerbung solle ausschließlich über die Bundesagentur für Arbeit laufen.dpa/jm
Berlin: „Niemand weiß, wo sie abgeblieben sind“ – Hunderte vietnamesische Azubis vermisst - WELT
Zahlreiche vietnamesische Auszubildende sind aus dem Schulleben spurlos verschwunden. Allein an einer Berliner Schule sollen ein Drittel der etwa 700 Schüler aus Vietnam fehlen. Eine Gewerkschaft fürchtet „modernen Menschenhandel“.






