Die Königin brach vor Rührung in Tränen aus und „auch ich wurde ergriffen und meine Augen wurden feucht“. Selten zeigte sich König Ludwig I. so sensibel wie an jenem heiteren Herbsttag, an dem die Eröffnung der hoch über der Donau thronenden Gedenkstätte Walhalla überall Emotionen aufwallen ließ. Hofequipagen, Chöre, Jungfrauenformationen, bengalische Feuer, Glockengeläut und Kanonenschläge säumten die Wege des Königs. Zur Feierlichkeit selbst erhielten aber nur Hof und Militär Zutritt, das Volk nicht. Die Eröffnung glich eher einer exklusiven Familienfeier, klagte der Baumeister Leo von Klenze. Und Ludwig I. schrieb in sein Erinnerungsheft: „Herrlich ist die Walhalla von außen und von innen.“