Bei den jüngsten Drohnenüberflügen von kritischer Infrastruktur in Schleswig-Holstein geht es nach Einschätzung von Sicherheitsbehörden nicht um das Ausspähen der Objekte. Dies erfuhr die SZ am Mittwoch aus Sicherheitskreisen. Demnach stuft man den Spionagewert von möglicherweise aufgezeichneten Bildern der Gebäude und Unternehmen als „begrenzt“ ein. Solche Aufnahmen seien zwar nicht wertlos, weil sie genauere Bilder liefern könnten als Satellitenaufnahmen, etwa, wenn man Anschläge vorbereiten wolle. Aber auch eine Drohne könne beispielsweise nicht durch Wände schauen, hieß es.
Der Spiegel hatte berichtet, dass Drohnen vergangene Woche ein Kraftwerk in Kiel, das Universitätsklinikum, das Werksgelände der Marinesparte von Thyssenkrupp, den Landtag in Kiel und weitere Gebäude überflogen haben. Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) bestätigte am Mittwoch im Innen- und Rechtsausschuss des Landtages die Berichterstattung, die Hintergründe seien jedoch unklar, es gebe derzeit „keine qualitativ gesteigerte Gefährdungslage“. Die Staatsanwaltschaft Flensburg hat ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eingeleitet.
Provozieren, verunsichern, Reaktionen testen, Ressourcen binden – das dürften die Motive sein






