Trent Reznor kennt seine Nachwelt schon. Denn schöpferische Menschen von Rang behandeln seine Musik (besonders die Erzeugnisse seines langjährigen Hauptprojekts Nine Inch Nails, kurz NIN) gerne so, als wäre sie ein Erbe statt etwas Zeitgenössisches. Als seine Kollegin Miley Cyrus 2019 in der Science-Fiction-Serie „Black Mirror“ eine Pop-Sängerin spielen sollte, die einerseits algorithmisch perfekt zurechtgefummelte Hits, andererseits intime, besonders wertvolle Songs im Repertoire hat, ließ man sie diese Musik nicht schreiben, sondern nahm Stücke von Reznor und passte bloß Details an: aus „Head Like a Hole“ wurde „On a Roll“, aus „Right Where It Belongs“ wurde „Right Where I Belong“, die Klage „Hurt“ wurde zu „Flirt“ – das ging zu weit, diese Verdrehung hat man nicht in der Episode verwendet. Dafür gibt’s eine „Hurt“-Coverversion des bereits am Grabesrand stehenden Johnny Cash von 2002, die Reznor zu der Bekanntmachung bewogen hat, „Hurt“ gehöre seitdem Cash, nicht dem Urheber, der seinen Erben überlebte.
Album „Tron: Ares“ von Nine Inch Nails: Zwischen Szenen zerbissen
Der Film „Tron: Ares“ setzt eine Reihe fort, die seit 1982 mehr für die Etablierung des heute weltweit üblichen Computereffekt-Filmwesens getan hat als jede andere Kino-Marke. Der Soundtrack dazu klingt nicht optimistisch.







