PfadnavigationHomeRegionalesHamburgStreit um StillegungAltes Kohlekraftwerk Wedel bleibt länger am Netz – Kritik an neuer VerzögerungVeröffentlicht am 30.09.2025Lesedauer: 3 MinutenDas alte Kraftwerk Wedel liegt direkt an der Elbe – so kann die Kohle gut angeliefert werdenQuelle: Jonas Walzberg/dpaDas 1960er-Jahre-Kohlekraftwerk Wedel sollte längst Geschichte sein. Doch weil das Ersatzkraftwerk im Energiepark Hafen später fertig wird, verschiebt sich die Abschaltung erneut. CDU und Linke reagieren mit scharfer Kritik.Die erneute Verzögerung bei der Stilllegung des Kohlekraftwerks Wedel sorgt für politischen Streit in Hamburg. Nachdem die Hamburger Energiewerke und Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne) am Montag bekannt gegeben hatten, dass das neue Gas- und Dampfkraftwerk auf der Dradenau erst ein halbes Jahr später fertig wird, ist klar: Das alte Kohlekraftwerk in Wedel bleibt länger in Betrieb als geplant. Mal wieder. Und deshalb hagelt es Kritik.Das Kohlekraftwerk westlich von Hamburg läuft seit mehr als 60 Jahren und gilt als einer der größten CO₂-Emittenten der Stadt. Ursprünglich sollte es schon vor Jahren vom Netz gehen – zunächst war 2013 im Gespräch, später 2015, 2017, 2021, 2024, zuletzt das Frühjahr 2026. Nun ist Ende 2026 das neue Ziel. Grund ist die Verzögerung beim Bau des Ersatzkraftwerks im Energiepark Hafen, das künftig klimafreundlichere Fernwärme liefern soll.Lesen Sie auchDie CDU-Bürgerschaftsfraktion reagierte mit scharfer Kritik. Fraktionschef Dennis Thering warf der Umweltbehörde „jahrelange Verzögerungen und gebrochene Zusagen“ vor. „Das Kohlekraftwerk in Wedel ist eines der dreckigsten in ganz Deutschland“. Er sprach von „grünem Realitätsverlust“ und kritisierte, dass die Schließung des Kohlekraftwerks Moorburg ein Fehler gewesen sei. Hamburg hatte einige Zeit drei Kohlekraftwerke. Das größte und modernste in Moorburg war einst geplant worden, um Strom für die Millionen-Metropole zu liefern und gleichzeitig die Fernwärmeversorgung ohne Wedel sicherstellen zu können. Doch das Großkraftwerk wurde nach Protesten und Klagen nie an das Fernwärmenetz angeschlossen. Nach nicht einmal sechs Jahren Betrieb ging es 2020 vom Netz. Betreiber Vattenfall sah keine wirtschaftliche Zukunft und beteiligte sich am bundesweiten „Ausschreibungsverfahren zur Reduzierung der Verstromung von Steinkohleanlagen“, das den Betreibern Entschädigungen für das Abschalten ihrer Anlagen sicherte.Hamburg entschied sich, die Wärmeleistung aus Wedel aus mehreren Quellen sicherzustellen. Künftig wird die Fernwärme aus Abwärme der Hamburger Kläranlage, aus Müllverbrennung, aus Industrieanlagen im Hafen sowie aus einer Power-to-Heat-Anlage kommen. Im Kraftwerk Dradenau wird die Drittwärme gesammelt und ins Fernwärmenetz eingespeist. Dafür gibt es in der Anlage mehrere Rohleitungssysteme. An einem davon gibt es massive Probleme, die nun zur Verzögerung führen, die auch das Kraftwerk Wedel betrifft.Lesen Sie auch„Die Kette der Abschaltversprechen für das Kohlekraftwerk in Wedel ist seit 2015 unendlich lang geworden“, sagte Stephan Jersch, umweltpolitischer Sprecher der Linken-Fraktion am Dienst. „Jetzt platzt das nächste hochheilige Versprechen der Umweltbehörde.“Der Energiepark Hafen soll künftig rund 180.000 Haushalte mit Fernwärme versorgen und jährlich etwa 360.000 Tonnen CO₂ einsparen. Der gesamte Park kann jedoch erst dann laufen, wenn das Herzstück, das Kraftwerk an der Dradenau, fertig und ausgiebig getestet ist. Denn erst, wenn diese Anlage zuverlässig läuft, kann Wedel endgültig stillgelegt werden. juve
Streit um Stillegung: Altes Kohlekraftwerk Wedel bleibt länger am Netz – Kritik an neuer Verzögerung - WELT
Das 1960er-Jahre-Kohlekraftwerk Wedel sollte längst Geschichte sein. Doch weil das Ersatzkraftwerk im Energiepark Hafen später fertig wird, verschiebt sich die Abschaltung erneut. CDU und Linke reagieren mit scharfer Kritik.






