PfadnavigationHomePanorama„Hart aber fair“Wenn der ARD-Podcaster über ein Social-Media-Verbot für Über-60-Jährige diskutieren willVeröffentlicht am 30.09.2025Lesedauer: 4 MinutenModerator Louis Klamroth im Gespräch mit Podcaster Levi Penell (r.)Quelle: WDR/Dirk BormRisiken von Internet und sozialen Medien sind Thema beim ARD-Talk „Hart aber fair“. TikTok-Star Levi Penell empört sich über Politiker-Aussagen – und provoziert selbst mit einem Vorstoß.„Leg doch mal das Handy weg! Sind wir machtlos gegen Social Media?“ – das war das Thema in der ARD-Talkshow „Hart aber fair“. Unter der Leitung von Louis Klamroth diskutierten Ex-ZDF-Moderatorin Petra Gerster, Ex-Bundesfamilienministerin und WELT-Kolumnistin Kristina Schröder (CDU), Gesamtschullehrer Nicolas Schmelzer (als „Herr Schmelzer“ auf TikTok aktiv), der ARD-Podcaster Levi Penell und Paulina Fröhlich von der Bertelsmann-Stiftung. Wie groß ist der Einfluss sozialer Medien? Gibt es ein Suchtpotenzial, wären Altersbegrenzungen für Kinder und Jugendliche sinnvoll? So lauteten einige der Themen in der Sendungsankündigung.Mit Levi Penell, der neuerdings für die ARD auch einen eigenen Podcast betreibt („Musste durch“ mit Ko-Moderator Fabia Rashagai) und parallel bei TikTok über 600.000 Follower bespielt, hatte sich Gastgeber Louis Klamroth einen Gesprächspartner eingeladen, der nah an der jugendlichen Zielgruppe ist. Nach einem Einspieler, in dem auch junge Nutzer der üblichen Internet-Plattformen zu sehen waren, gab dieser schon einmal die Richtung vor: „Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass zehnjährige Kinder noch kein Social Media benutzen sollten. Die haben jetzt erzählt, was die Eltern erzählt haben, so ein bisschen nachgeplappert. Sobald diese Kinder zwölf oder 13 werden, ändert sich das natürlich.“Ein generelles Verbot von Smartphone und Internet befürwortete der 24-jährige Webvideoproduzent dann aber – wenig überraschend – nicht. „Ich glaube, es ist falsch, zu sagen, wir lassen die jetzt einfach gar nicht mehr an Social Media ran. Irgendwann werden sie damit konfrontiert sein, ob die Eltern das wollen oder nicht. Da ist es wichtig, zu überlegen: Wie schaffen wir das, dass Kinder da herangeführt werden?“ Penell wies darauf hin, dass beispielsweise Desinformation kein Thema sei, das nur die junge Zielgruppe angehe. Zuvor hatte die Redaktion des ARD-Talkformats eine Grafik zu „Fake News“, Verschwörungstheorien und Hasskommentaren im Netz beigesteuert, denen (laut der zugrundeliegenden Studie) eine Mehrheit der Nutzer schon begegnet ist. „Gerade für ältere Menschen ist das eine Möglichkeit, weiter am Leben teilzuhaben“Positiv sei doch, so Levi Penell, dass nach eigener Aussage über 60 Prozent der Befragten überhaupt bemerkt hätten, dass ihnen Falschinformationen präsentiert worden seien. „Fake News“ sei aber doch ein Thema, dass auch ältere Menschen betreffe, die, so seine Einschätzung, auch nicht unbedingt über die größtmögliche Digitalkompetenz verfügen würden. Lesen Sie auchDer Podcaster betonte: „Ich habe das Gefühl, dass Jugendliche häufiger in der Lage sind, zum Beispiel KI-generierte Inhalte von echten zu unterscheiden, als ältere Personen. In der Konsequenz, wenn wir der Argumentation folgen, würde ich sagen, müssen wir vielleicht auch mal über ein Social-Media-Verbot ab 60 diskutieren, oder für ältere Menschen.“ Beim Studiopublikum gab es dafür durchaus Beifall, während Ex-„Heute“-Moderatorin Petra Gerster sich schützend vor die eigene Altersgruppe warf. Lesen Sie auchStatt eines Verbots forderte sie Aufklärung und Hilfestellungen für ältere Menschen. Schließlich erlaube das Internet gerade Älteren Teilhabe an einer sich zunehmend digitalisierenden Gesellschaft. Zuvor hatte sie selbst bereits publik gemacht, wie gerne sie Funktionen wie FaceTime nutze, um in Kontakt mit ihrem (entfernt wohnenden) Enkelkind zu bleiben. „Gerade für ältere Menschen ist das eine Möglichkeit, weiter am Leben teilzuhaben, wenn sie nicht mehr im Beruf sind, statt im Alter zu vereinsamen“, so die 70-Jährige. Podcaster Penell stimmte ihr auch umgehend zu und gestand ein, dass sein Vorschlag „provokativ“ gewesen sei. Doch auch im weiteren Verlauf blieb der 24-Jährige seiner Argumentation treu. Als die Runde über ein – vom Gastgeber kurz eingeblendetes – Zitat von Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) sprechen sollte, wurde Penell emotional. Die CDU-Politikerin hatte erklärt: „Wir lassen unsere Kinder doch auch nicht ins Bordell oder in den Schnapsladen! Wir brauchen hier dringend eine wirksame Altersverifikation als wirksame Regulierung.“ Das sei doch nun „wirklich hanebüchen“, so der Social-Media-Profi, das sei eine „Verharmlosung“ von Alkohol und Prostitution. Dann verstieg er sich zu einem etwas schräg anmutendem Vergleich: „Und wenn wir jetzt über wirksame Altersverifikation sprechen: Wenn wir das durchsetzen, dann würde das auch bedeuten, dass der 60-jährige Dieter immer erst seinen Ausweis hochladen muss, wenn er sich einen Porno anschauen will. Da weiß ich nicht, ob die Deutschen dazu bereit wären.“ krott
„Hart aber fair“: Wenn der ARD-Podcaster über ein Social-Media-Verbot für Über-60-Jährige diskutieren will - WELT
Risiken von Internet und sozialen Medien sind Thema beim ARD-Talk „Hart aber fair“. TikTok-Star Levi Penell empört sich über Politiker-Aussagen – und provoziert selbst mit einem Vorstoß.






