Da läuft sie der Zukunft davon. Da stolpert sie leichtsinnig aus dem Halbdunkel heraus nach vorne, zwischen den verlassenen Stühlen hindurch, über die gefallenen Blätter hinweg, Blätter von Bäumen, die freigiebig alles Leben fallen gelassen haben. Herbsttag ohne Sonnenuhren. Die Wiesn liegt im Schatten. Es ist Oktoberfest in München. Und Karoline läuft betrunken über die Bühne. Strauchelt, stürzt, tastet, aber hält sich. Behält die Fassung, auch wenn sie das alles nicht ganz fassen kann: Kein Haus, kein Mann und nun auch kein Cabriolet mehr.
Barbara Frey inszeniert Horváths „Kasimir und Karoline“
Düster-kühler Triumph: In Barbara Freys Münchner Inszenierung von Ödön von Horváths „Kasimir und Karoline“ spielt Anna Drexler die weibliche Titelfigur als selbstsichere Abenteuersüchtige.







