Als Zehntausende am Samstag gegen den Krieg in Gaza demonstrieren, den Berliner Dom passieren, stehen 40, vielleicht 50 Menschen am Straßenrand. In den Händen halten sie Israel-Flaggen, manche zeigen Fotos der in den Gazastreifen verschleppten Geiseln. Dazu läuft ruhige Musik mit hebräischem Gesang. Die Versammlung erweckt eher den Eindruck einer Mahnwache als den einer Gegendemonstration. Die meisten der propalästinensischen Demonstranten ziehen vorbei, ohne die Menschen am Straßenrand weiter zu beachten. Andere strecken ihnen Mittelfinger entgegen, stellen sich ihnen gegenüber und brüllen „Shame on you“, Schande über euch. Dann zieht der Strom weiter.